REVIEW: Crucificial Imprecations (HEXORCIST)
HEXORCIST machen auf „Crucificial Imprecations“ von der ersten Sekunde an klar, wohin die Reise geht. Hier gibt es reinsten Death Metal, lediglich mit ganz kurzen Ausflügen in den Thrash Bereich. Dabei ist das Tempo fast durchgehend sehr hoch angesetzt und die Songs fliegen nur so an einem vorbei. Es scheint HEXORCIST schlicht nicht schnell genug gehen zu können.
Gerade einmal 30:26 Minuten benötigen die acht Songs der Platte. Normalerweise würde ich bei dieser Spielzeit für ein Fulltime Album schon fast von einer Frechheit sprechen. Im Falle von „Crucificial Imprecations“ muss ich allerdings zugeben, dass mir eine deutlich längere Scheibe wahrscheinlich sogar zu anstrengend geworden wäre. Denn HEXORCIST kennen nur selten Ruhepausen und feuern ihre Songs mit beeindruckender Konsequenz aus den Boxen. Leider ist der Sound ein wenig matschig geraten, was auf Dauer enorm nervt. Technischer Death Metal sollte immer mit einem guten Sound punkten, da sonst viel Power verloren geht.
Spielerisch bewegt sich das Ganze zweifellos auf höchstem Niveau. Gerade im Gitarrenbereich erinnert einiges an MORBID ANGEL. Auffällig ist dabei, wie viel Freiraum den Gitarristen eingeräumt wird. An rasend schnellen Soli mangelt es jedenfalls nicht. Technisch ist das beeindruckend und man hört jederzeit, dass hier Musiker am Werk sind, die ihre Instrumente hervorragend beherrschen.
Genau hier liegt für mich allerdings auch das Problem. Mir wäre etwas mehr Eingängigkeit wichtiger gewesen als das gefühlt tausendste vertrackte Hochgeschwindigkeitssolo. Natürlich kann man HEXORCIST kaum vorwerfen, genau die Musik zu spielen, die sie offensichtlich lieben und sich technisch mühevoll erarbeitet haben. Die Band weiß ganz genau, was sie tut, und schlecht ist davon wirklich nichts. Was mir jedoch fehlt, sind diese Riffs, die sich sofort im Schädel festsetzen, den Nacken automatisch in Bewegung bringen und auch nach dem letzten Song noch hängen bleiben. „Crucificial Imprecations“ beeindruckt deshalb mehr mit spielerischem Können als mit wirklich nachhaltigen Songs.
Am Ende bleibt ein technisch starkes Death Metal Album, das handwerklich kaum Angriffsfläche bietet, mich aber emotional nur selten packt. Ob man „Crucificial Imprecations“ gehört hat oder nicht, die Welt wird sich in beiden Fällen weiterdrehen. HEXORCIST liefern gute Durchschnittsware auf sehr hohem spielerischem Niveau. Nur braucht man davon wirklich noch eine weitere Platte?
CRUCIFICIAL IMPRECATIONS
| Band: | HEXORCIST |
| Genre: | Death Metal |
| Tracks: | 8 |
| Länge: | 30:26 |
| Medium: | CD |
| Label: | Invictus Productions |
| Vertrieb: | Invictus Productions |






