REVIEW: Metallic Torments (Iron Slaught)
TIPPBY Meisenkaiser
Nachdem der Südwesten Frankreichs vielen einheimischen Fans hierzulande wie die absolute Diaspora vorkam, scheint sich das endlich zu ändern – auch wenn im Hause Metal Inside mindestens ein Frankophonen-Ignorant herumläuft. Wir nennen keine Namen, aber der Nachname beinhaltet zwei „O“s und zwei „T“s. Vielleicht stellt er seine Ohren mal richtig ein, schließlich rennt er ja auch immer zum KIT! Und da würden IRON SLAUGHT aus Tarbes (nur gut 100 Kilometer entfernt von der Heimat von Killers und Titan) richtig gut hineinpassen. Das erste Mal so richtig aufgefallen sind sie ja durch die Split mit Tentation. Bereits 2015 veröffentlichte das aktuelle Duo (plus ein Schlagzeug-Programmierer) „Crusading Metal Mercenaries“ – und nun liegt „Metallic Torments“ vor. Und diese Scheibe hat es in sich! Der Einstieg: Nach dem wundervollen Instrumental-Intro „Harbinger of Afflictions (Prelude to Torments)“ geht es direkt mit „Ghastly Obsession“ in die Vollen. „Soldier of Fortune“ klingt wie Iron Maiden auf Speed Metal oder wie Running Wild in ihren guten, frühen Tagen. „Condamné Pour L’Éternité“ erinnert an Agent Steel mit etwas weniger hohem Gesang, dafür aber mit jeder Menge Thrash-Power. Die französischen Texte machen das Stück noch besonderer – gerne mehr davon! Was für ein Refrain! Was für ein Ohrwurm! Gitarrist und Sänger Iron Jérémy zeigt sich auf dem Album erstaunlich variabel, was auch dem power-balladesken „Charme Funeste“ zugutekommt. Dieses biegt in der zweiten Hälfte mit einem thrashigen Cowboy-Riffing um die Ecke – ihr wisst schon: Racktackatack, Racktackatack, Racktackatack... „Primal Conquest“ folgt dann nochmals „jungfräulichen“ Spuren, und das epische „Fatal Retaliations“ überrascht am Ende gar mit engelsgleichem Gesang. Fazit: Wer hier nur das nächste, plump nachgeäffte Zitat der Musik der Altvorderen erwartet – ein druckvolles, aber gesichtsloses Ding aus der x-ten neuen Generation des Heavy Metals –, der wird überrascht aufhorchen. Dieses abwechslungsreiche, richtig starke (Speed-)Metal-Album lässt einen unweigerlich mit der Frage zurück: „Warum habe ich IRON SLAUGHT bisher eigentlich übersehen und überhört?“ Antwort: Solltet – nein, MÜSST ihr ändern!
METALLIC TORMENTS
| Band: | Iron Slaught |
| Genre: | Heavy Metal |
| Tracks: | 8 |
| Länge: | 43:56 |
| Medium: | CD |
| Label: | Gates Of Hell Records |
| Vertrieb: | High Roller Records |




