REVIEW: A Maze Deep In (SAUVAGEONESS )
BY Meisenkaiser
Sie jammert, keucht, klagt, schimpft. Alles schon im introdesken RD E|A. Mit ‘Tell Me‘ und einem Sound von Jack Shirley aus Oakland, der an die unsäglichen frühen Tage von Intro und Visions denken lässt, startet die so genannte „märchenhafte Reise der Liebe“. Selbst beschreibt die solierende Schweizerin Carole Obère aka Carro Loubère (früher Torpedo) ihr Projekt SAUVAGEONESS als „doomed industrial dream pop“ – eine verquere Mischung, die Stärke sein kann. Oder eben Schwäche. Und so ist der Eindruck ebenfalls ein indifferenter. Das harsch-stampfige ‘Show Me Your Body‘ drückt als mieser Bastard von Anne Clark und Sonic Youth in die Boxen. Und nicht nur, weil Titel elf ‘Cranes‘ heißt, schimmert die unsägliche, wenngleich wegweisende Brit-Post-Pop-Punk-Band immer mal wieder durch. Dass ‘Rather In Harmony‘ mit einem Mix aus Grunge und Shoegaze (Gibt es ein schlimmeres Mischmasch???) auszeichnet und dass sich das Album später auch noch auf Black Metal beziehen will, ist genauso Quatsch wie misslungen. Und dennoch: Irgendwas hat „A Maze Deep In“. Die Frau aus Lausanne scheint so wunderbar unprätentiös und konsequent, das Demo kommt in handgemachter Verpackung auf einer selbstgebrannten CD und symbolisiert so viel mehr als Nostalgie. Fehlt eigentlich nur noch ein handgeschriebener Liebesbrief. All das steht für das ehrliche Bedürfnis, handgemachte Musik zu machen, die es jetzt bei vielen, vielen Labels wie Araki Records, Atypeek Music, Charogne Records, Table Basse Records, Urgence Disk Records auf Vinyl gibt. Wenn sich Musiker zwischen viele Stühle setzen wollen, dann doch wenigstens so konsequent wie die spannende, ungezähmte „Caro“. Alle Infos gibt es auf der Bandcamp-Seite von SAUVAGEONESS.
A MAZE DEEP IN
| Band: | SAUVAGEONESS |
| Genre: | Alternative |
| Tracks: | 14 |
| Länge: | 41:44 |
| Medium: | CD |
| Label: | Atypeek Music |
| Vertrieb: |




