REVIEW: Death Doom Punks (ARROGANZ)
BY Meisenkaiser
Cottbus assoziiert man normalerweise mit stillgelegtem Bergbau oder Spreewaldgurken, doch ARROGANZ pumpen aktuell mehr Energie in ihr Musik als die Fans ins Stadion der Freundschaft. Mit ihrem siebten Studioalbum ,Death Doom Punks' liefert das Trio eine Platte ab, die den Titel als klares Programm versteht: Räudige Brutalität des Old-School-Death-Metal trifft Asi-Punk und Doom-Schwere. Das deutsche Trio hat seine 15-jährige Erfahrung in eine Scheibe gegossen, die bei gewohnter Direktheit eine irgendwie anspruchsvolle Reife zeigt. ARROGANZ scheuen sich also nicht, ihre Einflüsse offen zu zeigen, haben diese aber längst zu einer völlig eigenen, organischen Masse verschmolzen. Besonders auffällig ist der extrem „hörbare“, fast schon dominante Bass, der sich durch die Songs wühlt und alles andere als ein bloßer Hintergrundbegleiter ist. Schon beim Opener ,Die For Nothing' wird klar, dass hier keine Standard-Kost serviert wird; nach zweieinhalb Minuten blitzen hier sogar Einflüsse auf, die man fast schon als Prog-Jazz-Metal bezeichnen könnte. Das Album stellt den Hörer immer wieder vor Aufgaben: Anspruchsvolle Breaks wechseln sich mit doomigen Parts ab, die einem zwar eine Atempause gönnen, aber gleichzeitig eine bleierne Schwere verbreiten. Songs wie ,Arsenic Breath' zelebrieren diese „angedoomten“ Momente, ohne den Punk-Vibe jemals komplett zu verlieren. Und dann hauen dir ARROGANZ mit musikalischen Eruptionen einfach so gewaltig in die nachdenkliche Fresse. Vokalist K liefert dazu eine beeindruckende Bandbreite ab, die von abgrundtiefem Hass-Gegrowle bis hin zu verzweifeltem Kreischen reicht. Und inhaltlich gibt das Trio dem oft negativ besetzten Begriff „Dunkeldeutschland“ eine neue, sinnvollere Deutung. Es ist eine harsche Kritik an der aktuellen geopolitischen Lage, ein Aufruf zum Widerstand gegen dumme Extremisten und eine bittere Bestandsaufnahme einer Welt, über die sich längst ein dunkler Schatten gelegt hat. Es ist erstaunlich, wie weit sich ARROGANZ von ihren eher simplen Anfängen hin zu diesem komplexen, genreübergreifenden Extrem-Werk entwickelt haben. “Death Doom Punks” ist ein spannendes, extremes Stück Musik, bei dem am Ende trotz aller Experimente alles zusammenpasst. Nicht unerwähnt bleiben soll die gelungene Mitwirkung von Endstilles Herrn Zingultus beim Stück 'Incubus' Veins'.
DEATH DOOM PUNKS
| Band: | ARROGANZ |
| Genre: | Death Metal |
| Tracks: | 9 |
| Länge: | 38:48 |
| Medium: | CD |
| Label: | Testimony Records |
| Vertrieb: | SPKR |




