REVIEW: Frisson Noir (Tarja Turunen)

TIPP

BY Marco Berghammer


Die sympathische Drama Queen aus dem hohen Norden veröffentlicht im sonnenverwöhnten Sommermonat Juni eines ihrer dunkelsten Alben. „Frisson Noir“ heißt ihr siebtes Solo-Studiowerk, was übersetzt passenderweise schwarzer Schauer heißt. Und tatsächlich gelingt der Finnin und ihren Mitmusikanten ein intensives und dem Hörer Schauer einjagendes Werk.

Mal sind es wohlige, verträumt knisternde Momente wie bei „Anemoia“, mal kalte und Nackenhaar aufstellend wie beim Titelsong. Viel Theatralik, ein musikalisches Mimenspiel, quasi ein Hörspiel nach Noten, wird auf „Frisson Noir“ geboten. Die Wohnstube wird zum wankenden Schiff, das bei „At The Sea“ tief ins Meer der tobenden Emotionen taucht und um Contenance ringt. Metallhart, wo Stahl von Nöten ist („The Eternal Return“, „Blaze Forever“), aufgeblasen, pompös mit wehenden Fahnen wie bei „I Don‘t Care“, oder fast schleichend, tanzend mit sanftem Gang wie bei „Tango“ (feat. APOCALYPTICA) präsentieren sich die Songs. Der Vorhang fällt mit dem pathetischen und aufregend schönen „Against the Odds“. Das kann man kaum besser machen.

TARJA zeigt sich musikalisch selbstbewusst und kompromisslos in ihrer Darbietung wie selten zuvor. Das gesamte Kollektiv um das Kunstwerk "Frisson Noir" legt die Messlatte für Symphonic Metal ein Stück höher und adelt TARJA zur Prima Donna, zur Göttin des Genres. An diesem Album darf man sich messen und vergleichen - so und nicht anders muss Symphonic Metal klingen.






FRISSON NOIR

Band: Tarja Turunen
Genre: Metal
Tracks: 12
Länge: 62:11
Medium: CD
Label: earMusic
Vertrieb: EDEL