REVIEW: War (DÉPÉRIR)
BY Meisenkaiser
Manche Bands brauchen einen Ozeanwechsel, um richtig in Fahrt zu kommen. Gegründet 2011 in Lyon, fand der harte Kern von DÉPÉRIR (u.a. Nico von DECENT) erst nach dem Umzug nach Québec zu seiner heutigen Form. Dass die Truppe im Underground bestens vernetzt ist, liest sich wie ein „Who is Who“ der Extrem-Szene. Für das letzte Brett Black Beast holte man sich keinen Geringeren als Kevin Foley (Abbath, Benighted) an die Kessel, während die aktuelle Live-Front durch Samuel Santiago (Arkhon Infaustus, Gorod) und Wax Lamontagne verstärkt wird. Selbst am Mikro gab es mit Vincent Houde (Dopethrone) prominente Schützenhilfe. Wer so viele Szene-Schwergewichte mobilisiert, muss auch liefern – und das tun sie auf der neuen EP „War“.
Die vier neuen Tracks auf „War“ (erschienen via Adipocere) sind nichts für zarte Gemüter. Die Single „Bloodspill“ machte bereits mit einem FSK-18-Clip von sich reden, aber die Musik braucht eigentlich keine Schock-Bilder, um zu wirken. „Cold War“ ist ein Paradebeispiel für hocheffektives Songwriting: Hier verschmelzen Black-, Death- und Thrash-Elemente zu einem pechschwarzen Mahlstrom. Besonders hängen bleibt „Payback“ – ein abwechslungsreiches Biest, das im Mittelteil mit einem überraschend melodiösen Heavy-Metal-Part glänzt, nur um danach im gehetzten Uptempo wieder alles niederzureißen. Den Sack zu macht schließlich „CCCP“, das mit einer russischen Hymne als Intro startet und dem Gemetzel eine fast schon dreckige Rock’n’Roll-Schlagseite verpasst.
DÉPÉRIR beherrschen das Spiel mit den Gegensätzen. Sie sind brutal und doch empathisch, rasend schnell und dann wieder kontrolliert moderat. Ein bärenstarkes Lebenszeichen, das Lust auf die anstehende Tour mit Himinbjorg macht. Wer auf technisch versierten, räudigen Death/Black steht, kommt an dieser EP nicht vorbei! Leider sind die Texte nicht mehr auf Französisch.
WAR
| Band: | DÉPÉRIR |
| Genre: | Black Metal |
| Tracks: | 4 |
| Länge: | 16:01 |
| Medium: | EP |
| Label: | Adipocere Records |
| Vertrieb: |




