REVIEW: Queen II - Limited Collector’s Edition (QUEEN)

BY Gerhard Berlin


Mit „Queen II“ lieferte das Quartett um Freddy Mercury ihr erstes richtiges Highlight ab – diesmal noch als Album in sich geschlossen (die Zeiten der Nummer 1 Hit-Singles sollten noch folgen). QUEEN erfanden sich im Vergleich zum Debüt nicht neu. Sie mischten weiterhin ungewöhnlich gekonnt harten Rock mit Prog und Glam – unterstützt von ihrem einzigartigen orchestralen Stil und immer wieder überstrahlt von Freddys Gesang. Insbesondere Songs wie das laute, theatralische und orchestrale „Ogre Battle“ und das mit dramatischen Harmonien gespickte Mini-Epos „March Of The Black Queen“ hätten auch zum Debüt gepasst. Letzterer zeigt in vielen Schattierungen gut auf, was bei Queen noch kommen wird.

QUEEN machen mit „Queen II“ einen großen Sprung nach vorne (was nicht nur die Platzierung auf 18 in den UK-Albumcharts zeigte). Die Arrangements und die Songstrukturen wurden komplexer, die Mehrspuraufnahmen ungemein aufwändiger. Der weitere Weg gen einen epischen Sound wurde gewollt vollzogen. Freddy lieferte dabei die eher theatralischen Fantasy Stücke ab (neben den beiden oben genannten auch noch das unheimlich verspielte „The Fairy Feller’s Master-Stroke“); Brian May schien seine Vorliebe für melodische Emotionalität weiter zu entwickeln - man nehme nur das überragend, fast schon zärtliche „White Queen (As It Began). Unterstützt von Roger Taylor und John Deacon, die mit präzisem Schlagzeug und einfühlsamem Bass die komplexen Arrangements stützten, wuchs die Band weiter. Das Ergebnis ist ein Album, das die einzelnen Stile der Bandmitglieder zu einem dichten, immer orchestraleren Gesamtkunstwerk verschmolz, in dem der von Freddy geliebte Pomp, Harmonie und technische Finesse perfekt zusammenfanden. Und da war dann auch noch die Single – der letzte Song des Albums: Mit der „Seven Seas Of Rhye“ erzielte QUEEN erstmals kommerziellen Erfolg – der Song stieg in den UK-Charts weit nach oben und ebnete den Weg für ihre zukünftigen Hits. Er zeigte ihre Fähigkeit, komplexe Songstrukturen mit eingängigen Melodien zu verbinden und festigte ihren Ruf als eine Band, die sowohl künstlerisch ambitioniert als auch massenkompatibel sein konnte. Alles in allem gilt nicht für Umsonst „Queen II“ als heimlicher Schatz bei den Eingeweihten.

Die zweite CD „Queen II – Sessions“ bietet Fans einen seltenen Einblick in die Entstehung des Albums, da zu jedem Song bislang unveröffentlichte Studio-Outtakes präsentiert werden – inklusive Fehlstarts, Probe-Gesang und Gesprächen im Studio. Die Aufnahmen machen deutlich, wie sich die Tracks entwickelten: Manche unterscheiden sich nur in Details von den finalen Versionen, andere zeigen die Band beim Ausarbeiten und Verfeinern ihrer Ideen. Besonders spannend sind frühe Fassungen einzelner Songs, wie etwa eine Soloaufnahme von Brian May („White Queen“) sowie Demo-Versionen von Roger Taylor, die deren kreative Vorarbeit hörbar machen. Zusätzliche Studiodialoge – unter anderem mit Freddie Mercury – geben noch Einblick in die Zusammenarbeit und die Stimmung in der Band. Ergänzt wird das Material durch den unvollendeten Titel „Not For Sale (Polar Bear)“, was mithilfe moderner Technik rekonstruiert werden konnte.


 

CD1: Queen II - 2026 Mix

01    Procession

02    Father To Son

03    White Queen (As It Began)

04    Some Day One Day

05    The Loser in the End

06    Ogre Battle

07    The Fairy Feller's Master-Stroke

08    Nevermore

09    The March of the Black Queen

10    Funny How Love Is

11    Seven Seas Of Rhye

 

CD2: Queen II - Sessions

01    Procession (Stage Intro Tape - April 1973)

02    Father To Son (Takes 4 & 9 - with Guide Vocal)

03    As It Began (Brian's Studio Demo - October 1969)

04    Some Day One Day (Take 1 - with Guide Vocals)

05    The Loser In The End (Roger's First Demo)

06    The Loser In The End (Roger's Second Demo)

07    Ogre Battle (Takes 2 & 6 - with Guide Vocal)

08    The Fairy Feller's Master-Stroke (Takes 4 & 9)

09    Nevermore (Take 6)

10    The March Of The Black Queen (First Section Takes 3 & 5)

11    The March Of The Black Queen (Second Section Take 1)

12    Funny How Love Is (Take 4)

13    Seven Seas Of Rhye (Takes 4, 5 & 6)

14    I Do Like To Be Beside The Seaside (Take 4)

15    See What A Fool I've Been (B-side Version 2026 Mix)

16    Not For Sale (Polar Bear)


QUEEN II - LIMITED COLLECTOR’S EDITION

Band: QUEEN
Genre: Rock
Tracks: 11 + 16
Länge: 40:47
Medium: 2-CD
Label: EMI / Universal Music
Vertrieb: EMI / Universal Music