REVIEW: No Place of Warmth (FROZEN SOUL)
TIPPBY Meisenkaiser
Als Death-Metal-/Hardcore-Bastard verkauft die Promo-Agentur FROZEN SOUL aus Dallas. Das kann einen leicht auf die schiefe Bahn führen, zumal als Gäste Gerard Way von My Chemical Romance, Meister Flynn von Machine Head und Devin Swank von Sanguisugabogg im Mahlwerk mitrühren. Wozu eigentlich dieser Star-Auflauf? Viel passender wäre es gewesen, man hätte direkt Jo Bench oder Gavin Ward ins Studio gezerrt. Denn: Was die Amis hier zelebrieren, ist lupenreines Bolt-Thrower-Worshipping – so formulierte es zumindest ein guter Kumpel wie aus der Pistole geschossen. Die ersten beiden Bräter „No Place of Warmth“ und „Invoke War“ lassen den BT-Fan in der Tat dumm aus der Wäsche gucken und kurzzeitig an eine glorreiche Auferstehung der Panzer-Legende glauben, bevor das kaum einminütige Zwischenspiel „Absolute Zero“ diese Hoffnung mit einem core-igen Ballerteil genüsslich zunichte macht. „Dreadnought“ walzt aber genau dort weiter, wo die Engländer damals die Ketten abgelegt haben – heute in fast schon doomiger Vorgehensweise, aber stets mit diesem majestätisch-hymnischen Groove im Gepäck. Trotz der massiven Parallelen – oder zumindest der tiefen Verbeugung vor den Einflüssen – sind FROZEN SOUL natürlich keine bloße Cover-Band der kolossal vermissten Briten. Sie lassen zum Beispiel immer wieder fette Breakdown-Momente einfließen, ohne sich im eher jugendlichen Metalcore zu verlieren; diese Atempausen fressen sich einfach perfekt in und zwischen die Songs. „No Place of Warmth“, das dritte Studioeisen der Texaner, ist nochmals eine enorme Steigerung gegenüber "Crypt of Ice" mit seinem fetten Sound und seinen Mega-Hymnen die perfekte Ersatzdroge – und noch ein bisschen mehr. Zumal wir alle wissen, dass das Original leider nie wiederkehrt.
NO PLACE OF WARMTH
| Band: | FROZEN SOUL |
| Genre: | Death Metal |
| Tracks: | 11 |
| Länge: | 35:34 |
| Medium: | CD |
| Label: | Century Media |
| Vertrieb: | Sony |




