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REVIEW: Hopless Romantic (STEAMGENERATOR)

BY Marco Berghammer


Zwei Alben, weit über eine Stunde Spielzeit, das auf einer CD, verpackt in einem feinen Digi-Pack inkl. Booklet mit Texten. Vorweg Applaus an das kleine Label Metalloscope aus Berlin, dem wir seine herzliche Wärme im eigenen Umgang und mit der Szene, große Liebe zum Doom-Genre und zur Metal Musik generell attestieren können. Dieses Mal hat es sich die Band STEAMGENERATOR zur Brust genommen und legt deren zwei Alben, erschienen erstmalig 2019 bzw. 2023, neu auf.

Die Moll-Tonleiter und den bummeligen Gang haben die fünf Wolfsburger verinnerlicht; passt Doom nicht auch irgendwie zum Norden? Ich meine ja. „Untertage“ hört sich recht lichtlos an, Sänger Cesare Piseddu hat eine unaffektierte und natürlich klingende Stimme. Dazu reichen die Nordlichter gespenstische Keybord-Melodien, schrubbende Gitarren und sich langsam nach vorne arbeitenden Groove an. Die Songs sind doomig, haben zuweilen eine kleine Grunge-Schlagseite („Zuse“, „Cosmic Trigger“), hier denke ich an ALICE IN CHAINS, und bei dem leichten, fast schon fröhlichen und reizenden „1000 Flowers“ höre ich gar ein wenig 80er Indie heraus. Die Songs werden variantenreich und ausführlich präsentiert, die Nummern bewegen sich meist zwischen 5 und 7 Minuten. Generell zeigen sich STEAMGENERATOR oft mit einem verschmitzten Augenzwinkern zwischen all dem Trübsal, die immer mal wieder kurzen Spoken Word-Passagen taugen als Stilmittel und Farbklecks.

Es ist nachvollziehbar, warum hier Metalloscope aktiv geworden ist und diese vielversprechende und interessante deutsche Doom-Hoffnung nun einem größeren Publikum präsentiert.

STEMGENERATORs „Hopeless Romantic“ ist  für Genre-Liebhaber eine XL-Portion und absolut ans Herz zu legen.

Steamgenerator





HOPLESS ROMANTIC

Band: STEAMGENERATOR
Genre: Doom Metal
Tracks: 12
Länge: 69:44
Medium: CD
Label: metalloscope
Vertrieb: metalloscope