REVIEW: Rebirth In Despair (ATONE)
TIPPBY Meisenkaiser
Frisch aus den Katakomben von Lissabon (Gründung 2024) rollt eine tonnenschwere Walze auf uns zu: ATONE, abermals via Meuse Records. Der Band-Name ist Programm – die Portugiesen leisten musikalisch Abbitte, sühnen und leiden. Aber ob die Seele jemals glänzt? Ihr Debüt-Werk „Rebirth in Despair“ ist kein Fast-Food-Häppchen, sondern ein Fünf-Gänge-Menü für Liebhaber gepflegter Entschleunigung. Der Funeral Doom der Hauptstädter reicht vom „kurzen“ Acht-Minüter „Asylum for the Unmoored“ bis zum gigantischen 15-Minuten-Monolithen „Living Ghosts in the Shattered Dome“. Und es ist der Soundtrack für den empathischen Kollaps beim Blick in die Abendnachrichten – düster, schwer, dennoch niemals hoffnungslos. Trotz der bleiernen Schwere blitzen immer wieder Keyboard-Teppiche und Gastvocals auf, die wie kleine Rettungsanker im Ozean der Verzweiflung wirken. Hört euch die letzten zwei Minuten des Titeltracks an! Wenn das Grauen in Schönheit kulminiert, weißt du, warum du dieses Genre liebst. Wer bei Bands wie Ataraxie oder Esoteric vor dem Nervenzusammenbruch steht, der findet in ATONE eine (etwas) „verdaulichere“ Einstiegsdroge in die absolute Nische. Es ist ein Ventil, eine Flucht ohne Ego-Trip und schlichtweg verdammt gut. Man muss dieses Album nicht nur hören – man muss es wiederholen, bis die Trauer zur Katharsis wird. Es kann klappen. Trotz allem.
REBIRTH IN DESPAIR
| Band: | ATONE |
| Genre: | Doom Metal |
| Tracks: | 5 |
| Länge: | 58:16 |
| Medium: | CD |
| Label: | Meuse Music Records |
| Vertrieb: |



