REVIEW: Weapons of Beauty (Jay Buchanan)
Spielt die Umgebung bei der Aufnahme eine Rolle? Im generellen Schaffensprozess sicher, ohne Frage. JAY BUCHANAN (RIVAL SONS) begab sich für sein erstes Solo-Album 3 Monate in die Mojave-Wüste im Westen Nordamerikas - und das intensiv, zurückgezogen und bodenständig. „Weapons of Beauty“ vermittelt tatsächlich Weite, Einsamkeit und Ursprünglichkeit, aber mitnichten klingt das Album lebensfeindlich, dürr oder karg. Eingebettet in einem uramerikanischen Klangkosmos erzählt Jay Geschichten über das Sein, die Sehnsucht und die Schönheit.
Unmissverständlich und klar vermittelt bereits die Aufmachung des Albums: Rock oder Lautstärke finden hier keinen Raum. Singer-Songwriter-Moves, ein wenig Country Flavour und ein nachdenklicher Blick in die Ferne sind Hauptbestandteil des Werkes. Spärlich instrumentiert, mit flehendem Klang in der Stimme ruft JAY BUCHANAN nach „Caroline“, nicht weniger inbrünstig, herbeisehnend folgt „High and Lonesome“. Ausdrucksstark, zuweilen mit flirrender Stimme, emotional und nahbar präsentiert Jay, immer im Zentrum stehend, die Songs.
„Great Divide“ ist unfassbar durchdringend, tiefrot wie die Sonne brennt der Song auf der Haut, und bei „Tumbleweeds“ hat der Hörer fast das Gefühl, die Instrumentierung versucht, den Sänger zu beruhigen, ehe er wie eine Rakete seine Emotionen als Schweif aus sich heraussprüht. JAY BUCHANAN ist Breitwand-Kino, Western irgendwie, spannend und berührend, aber mit Happy End.
WEAPONS OF BEAUTY
| Band: | Jay Buchanan |
| Genre: | Rock |
| Tracks: | 10 |
| Länge: | 48:49 |
| Medium: | CD |
| Label: | Sacred Tongue Records / Thirty Tigers |
| Vertrieb: | OPEN |



