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REVIEW: Buried in Darkness (Infernal Crown)

BY Meisenkaiser


Wer dachte, in der brandenburgischen Landeshauptstadt gäbe es nur, Kanzlerwohnungen in der Altstadt, Schlösser und Gärten, hat die Rechnung ohne INFERNAL CROWN gemacht. Die Jungs aus Potsdam pfeifen auf die „reine Lehre“ des Black Metal und servieren mit ihrem Debütalbum „Buried In Darkness“ ein raffiniertes Werk, das mit allen Wassern gewaschen ist. Die Band betreibt Genre-Hopping auf gutem Niveau. Nach der EP „MMXXI Demons“ und zwei Singles zeigen sie jetzt auf voller Länge, was sie wollen – und können. Aber ist das noch Black Metal? Ja, aber eben viel mehr! Die Band lässt massiv Raum für Dark Metal (checkt mal „Desecration of Idols“), Doom-Death-Einflüsse und hymnische Melodien, die beim Opener „Concrete Graves“ hart an die glorreichen „Sons of Northern Darkness“-Zeiten von Immortal erinnern. Aber nicht zuckersüß, sondern fett. Vergesst polierten Einheitsbrei. Hier gibt es heisere Vocals und mächtige Gitarren, und nie geht der rote Faden aus Tod und Teufel verloren. Besonders spannend: Der neue Urza-Drummer Void (alias Niclas) scheint beim Rausschmeißer „In Land der Toten“ kurz seine Vorliebe für Doom Death auszuleben, bevor das abschließende Tempo-Inferno alles in Schutt und Asche legt – steht das Orangerieschloss von Sanssouci eigentlich noch? „Buried In Darkness“ ist Black Metal, aber nicht aus der Garage. Es ist Doom, aber nicht nur im Schneckentempo. Es ist Dark, aber garantiert kein „Schleim-Gothic“. Das Teil ist abwechslungsreich, verdammt interessant und schlichtweg gut. Potsdam hat ein neues dunkles, etwas anderes Aushängeschild! Holen!


BURIED IN DARKNESS

Band: Infernal Crown
Genre: Black Metal
Tracks: 7
Länge: 46:30
Medium: CD
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