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REVIEW: “Joker in the Pack“ (Hell In The Club)

BY Marco Berghammer


Ein Sängerwechsel wirkt sich meist wesenhaft auf den Bandsound aus, eine Umbesetzung von Sänger zu Sängerin umso mehr. Die Italiener von HELL IN THE CLUB wagen diesen Umbruch und ersetzen Davide Moras, 15 Jahre lang Sänger der Band, durch die Schwedin Terese Persson. Das lässt aufhorchen und wirft die Frage auf: wohin steuert 2026 die Band?

Den etablierten Sound des Kollektivs tangiert das in jedem Fall, die Frage ist wie grundlegend. Vorweg - Sleaze geprägten Hard Rock zocken die Südländer weiterhin, die neuen Vocals bereichern, verändern aber die Mixtur substantiell. Beim griffigen Opener “The Devil Won`t Forget Me“ hält sich diese Modifikation im Rahmen, aber Assoziationen zu VIXEN sind durch die Vocals trotzdem zulässig. Im weiteren Verlauf des Longplayers wird deutlich, Terese Persson drückt hier den Italienern eine neue Facette auf. Das spricht durchaus für die Neubesetzung, wird aber sicher auch altgediente Anhänger enttäuschen. Es ziehen (noch) mehr amerikanische Vibes und ausschweifendere Melodien in die Songs ein.

HELL IN THE CLUB ist eine klasse Band mit beständig hoher Qualität, guten Alben, aber immer ein wenig austauschbar. Das ist ein Faktum, das sich nun verändert, aber im Kern doch gleich bleibt. Jetzt klingen sie eben nach 80er HEART, LITA FORD oder den bereits genannten VIXEN. Das machen sie aber mit Klasse und tollen Songs, wie dem leicht melancholischen Radiohit “Fairytale“ oder der starken Ballade “The Ocean“. “Joker in the Pack“ feiert die 80er Jahre und irgendwie auch etwas den Female Fronted Hard Rock aus dieser Zeit. Und da die oben genannten Damen kaum noch aktiv bzw. kurz vor dem Ruhestand stehen, freue ich mich über diese Neuausrichtung von HELL IN THE CLUB und sehe bzw. höre die Neupositionierung absolut positiv und als Bereicherung.





“JOKER IN THE PACK“

Band: Hell In The Club
Genre: Hard Rock
Tracks: 10
Länge: 39:38
Medium: CD
Label: Frontiers Records
Vertrieb: Frontiers Records