REVIEW: Exequiae (Lone Wanderer)
BY Meisenkaiser
Da einige Kritiker die Freiburger Band in der Vergangenheit gern als kleinen Bruder von Mournful Congregation bezeichneten, passt es sich gut, dass beide Bands beim „Haunting The Castle“ dem Europatreffen des Dooms im belgischen Anthisnes am letzten Februarwochenende 2026 auftreten. Bei belgischem Bier lauschen dann absolute Maniacs auf einer mittelalterlichen Burg den Klängen des dritten Albums „Exequiae“ – übrigens das High-Roller-Debüt. Erneut steht das Ende der faustischen Kultur im Fokus. Dass es um innere Trauer und existenzielle Verzweiflung geht, das dürfte klar sein. Und um Geduld, denn schon der Opener ,To Rest Eternally‘ ist 25 Minuten lang. Und wie das ganze Album mit seinen fünf Songs hat dieser Song all das, was Doom Death oder Funeral Doom ausmacht – monumentale Langsamkeit, enorme Heaviness und verzweifelte Melancholie und noch dunklerer Stimmung. Dass dann immer wieder harmonische Melodien und ganz ruhige akustische Momente dazukommen, versteht sich von selbst. Und so lässig fügen die Süddeutschen die verschiedenen Elemente dann auch zusammen – auch die unvermeidlichen Klopper-Momente mit Baller-Blasts – es passt prima zusammen. Und trotz aller Negativität sind LONE WANDERER wesentlich verträglicher als viele der Genre-Kollegen, es scheint als bliebe bei den Baden-Württembergern ein wenig Hoffnung bestehen. Kein Wunder, denn dort im Südwesten der Bundesrepublik, scheint ja öfter die Sonne. Oder liegt es am Artwork, dass von Ernst Ferdinand Öhme stammt, einem Vertreter der Romantik? Wie auch immer: LONE WANDERER sind näher an Helevorn als an Esoteric. Insgesamt einfach eine gute, sehr emotionale Totenfeier.
EXEQUIAE
| Band: | Lone Wanderer |
| Genre: | Doom Metal |
| Tracks: | 5 |
| Länge: | 72:20 |
| Medium: | CD |
| Label: | High Roller Records |
| Vertrieb: |



