Review:

The Brightest Void

(Tarja Turunen)

Ganze drei Jahre ist es jetzt fast schon her, dass TARJA „Colours In The Dark“ veröffentlicht hat. Ruhig war es allerdings nie, denn zwischendurch hat sie noch ihr Weihnachtsalbum „Ave Maria – En Plain Air“ und 2 Livealben, eins davon mit Dummer Mike Terrana, veröffentlich. Nun kommt TARJA dieses Jahr mit zwei Alben: Einmal „The Brightest Void“ und im August noch „The Shadow Self“. Auch wenn „The Birghtest Void“, böse ausgedruckt, all das beinhaltet, was wohl nicht ganz zu „The Shadow Self“ gepasst hat, so besteht TARJA darauf, dass es als eigenständiges Album betrachtet werden soll.

 

Nun ja, schauen wir und das Album mal genauer an. Wir haben hier neun Songs, die gute 43 Minuten ergeben. Von den neun Songs drei mit Gastmusikern (MICHAEL MONROE, WITHIN TMEPTATION und TONI TURUNEN / CHAD SMITH), ein Coversong (Goldfinger) und ein Song, der bereits selbst von TARJA veröffentlich wurde („Witch Hunt“ auf „The Beauty And The Beat“).

 

Vorab wurde bereits das Video zu „No Bitter End“ veröffentlicht und das zeigt eine deutlich poppigere TARJA. Nichtsdestotrotz lies dieser Song große Erwartungen aufkommen.

 

Hört man das Album dann weiter wird schnell klar: Das Niveau wird nicht gehalten. „No Bitter End“ ist wirklich ein toller Song, der sicherlich besonders live auch gut ankommen wird, weil er schnell in den Kopf geht und zum Tanzen und Hüpfen einlädt. Der Song macht einfach Spaß. Auch wenn man weiß, dass MICHAEL MONROE andere Musik macht, passt der Song „Your Heaven And Your Hell“ nicht so recht in das Album. Die Stimmen Harmonieren nicht wirklich und eigentlich will man, dass der Song schnell zu Ende ist. Das Duett „Eagle Eye“ mit ihren Bruder Toni hingegen ist wieder typisch TARJA und von solchen Songs hätte man sich sicherlich mehr gewünscht. Ein wirklich sehr schöner Song, der auch sofort in den Kopf geht und da auch erstmal nicht mehr verschwindet. Harte Gitarrenklänge, treffen auf engelsgleichen Gesang, von beiden Sängern. Unterstützt wird TARJA außerdem bei diesem Song von RED HOT CHILI PEPPERS Drummer CHAD SMITH. Der Song ist eine Richtige Hymne. Danach wird es düster, richtig düster! „An Empty Dream“ und „Witch Hunt“ gehen fast nahtlos ineinander über, was es schwer macht, den einen Song vom anderen zu Unterscheiden. Man hat also gefühlt ein Zehn-Minuten-Song. Dazu kommt, dass beide Songs sehr langsam sind und sie sich deutlich länger anfühlen, als sie überhaupt sind. Als Liveversion auf „The Beauty And The Beat“ kommt „Witch Hunt“ wesentlich besser rüber und auch, wenn viele Fans sich den Song auf ein Album gewünscht haben, so hätte TARJA diesen Wunsch besser nicht erfüllen sollen. Mit „Shameless“ haben wir endlich wieder einen rockigen Song, der auch eine gewisse Härte besitzt, wo man sich schon etwas wundert, dass der Kontrast „dreckiger" Metal und TARJA’s gewohnt hoher Gesang doch gar nicht so übel ist. Allerdings muss man den mehrmals hören, um Gefallen daran zu finden. „House Of Wax“ ist wieder sehr düster und langsam. Von den langsamen Songs definitiv der Beste. Schönes Gitarrensolo bietet der Song auch. Eins der stärkeren Songs auf „The Brightest Void“. Mit „Goldfinger“ covert TARJA den Titelsong aus „James Bond – Goldfinger“. Ein Klassiker, den wohl jeder kennt und irgendwie auch mag. Große Stücke covern ist immer eine gute Idee, wenn man es denn gut macht. Natürlich ist TARJA’s starke Stimme wie gemacht für so einen Song. Man nimmt ihr den Song ab, aber im Rahmen des Albums fühlt der Song sich fehl am Platz an, obwohl er wirklich von ihr gesungen ganz großes Kino ist. Das Album schließt ab mit „Paradise“ mit (oder von eigentlich) WITHIN TEMPTATION. Ein toller Song, der auf den Konzerten von WITHIN TEMPTATION nicht fehlen durfte. Er soll wohl für TARJA neu abgemischt worden sein, beim normalen Hören merkt man davon allerdings nichts. Der Song wurde bereits von WITHIN TEMPTATION auf „Hydra“ 2014 veröffentlich. Kann man natürlich auf TARJA’s Album nochmal veröffentlichen, ob man das aber wirklich hätte machen müssen, da muss sich jeder seine eigene Meinung bilden.

 

Auch wenn die Songs alle irgendwie ok sind und man den einen oder anderen wirklich toll findet, so ist das Album irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes und hätte sich wohl besser als Zusatz einer Limited Edition gemacht. Für „The Shadow Self“ ist eine Steigerung wünschenswert und wohl auch nicht schwer zu erreichen. Mal von den Liedern an sich abgesehen, ist das Coverartwork eine Katastrophe und hier ist nicht das Foto von TARJA gemeint! Die CD-Hülle kommt in einem Softcase aus Pappe und diese ist irgendwie 3D bedruckt. Nette Idee, allerdings kann nur schwer irgendetwas lesen. Noch schwieriger wird es bei der CD. Das ist wirklich etwas, was man künftig besser nicht mehr machen sollte.

„The Brightest Void“ ist eher eine CD für den eingesessen Fan, der einfach alles für die Sammlung haben muss. Alle anderen sollten lieber auf „The Shadow Self“ warten.

„The Shadow Self“ erscheint am 5. August 2016. Die Vorabsingle „The Innocent“ ist vielversprechend!

 

 

The Brightest Void


Cover - The Brightest Void Band:

Tarja Turunen


Genre: Metal
Tracks: 9
Länge: 43:51 (CD)
Label: EarMusic
Vertrieb: Edel