Review:

Drones

(Muse)

TIPP

Lange mussten die Fans von MUSE warten, bis endlich das neue Album scheint - fast drei Jahre ist es her, seit„The 2nd Law“ im September 2012 veröffentlicht wurde. Da MUSE bekanntlich nicht irgendwas herausbringen, sondern Meisterwerke, ist die lange Pause zu verkraften. Mit „Drones“ erscheint jetzt das siebte Studioalbum der Ausnahmemusiker aus Großbritannien.

 

Mit der vorab veröffentlichten Single „Psycho“ war eigentlich klar, dass „Drones“ wohl nicht typisch MUSE sein würde. Die Single ließ einen neugierig werden, was auf einen zukommen würde.

Anders muss ja bekanntlich nicht schlecht sein. Das haben andere Bands auch schon bewiesen. Aber ist MUSE immer noch MUSE hat sich das lange Warten gelohnt?

 

Auf „Drones“ befinden sich 12 Lieder. Lieder? Naja, zweimal sind es aber auch einfach nur Einspielungen, wie dieser Drill-Sergent, den man schon aus dem „Psycho“-Video kannte. Müssen so Einspielungen sein? Ich finde nein. Ich mag dann lieber richtige Lieder haben, anstatt Einspielungen von bis zu 55 Sekunden, die man im Grunde auch in das Lied selbst hätte packen können. So wurde es beim „Psycho“-Video schließlich auch gemacht und da passt es. Als Titel auf einem Album, ohne dass das Album noch weitere Lieder hinzu bekommt, eher nicht. Sowas mag man, oder man mag es nicht. Ich mag es nicht. Diese Einspielungen haben jedoch keinen Einfluss darauf, ob das Album nun gut oder weniger gut ist. Da es auch nur zwei diese Einspielungen gibt, ist es zu verkraften.

 

„Drones“ startet direkt mit einen sehr kraftvollen Lied. „Dead Inside“ ist zwar kein typischer MUSE-Song aber dennoch ist es eines der Lieder, die man sofort mag. Das ist nicht bei allen Liedern auf dem Album so! Ich würde sogar sagen, dass es eins der stärksten Lieder des Albums ist. Ich denke, die Radiostationen im Land werden es Rauf und Runter spielen. Ein echter Ohrwurm auch irgendwie. Ebenso wie vielleicht „Mercy“. „Mercy“ ist ein typisches Lied von MUSE. So kennt man MUSE, so liebt man MUSE. Wer es hört, erkennt MUSE sofort wieder. Verwechslungen nahezu ausgeschlossen. Mercy ist einfach ein Power-Song, das sich auch prima dazu eignet bei den Live-Shows Konfettiregenauf das Publikum zu sprühen. Ein Lied, was als Ende vor den Zugaben perfekt passt. Ein Lied, um das Publikum nochmal so richtig auf Trab zu bringt. Ein Lied, was wohl auch die Radiostationen lieben werden!

Je weiter man ins Album voran kommt, desto „untypischer“ werden die Lieder. Bei den ersten Klängen von „Reapers“ wird wohl jeder, der die 80iger kennt, sofort an diese Zeit denken. Auch wenn dieses Gefühl etwas vergeht, so bleibt der 80iger-Klang vorhanden.

Auffällig für das Album sind die sehr starken Gitarrenklänge und die vielen elektronischen Einflüsse in fast jedem Lied.

Mit „Aftermath“ gibt es auch eine richtige Ballade, die so gar nicht wie die anderen Lieder klingen mag. Hier wird es extrem ruhig, nur ein leises Keyboard, eine nicht aufdringliche Gitarre und leichte Schläge des Schlagzeuges nimmt man wahr. Im Mittelpunkt steht Matt’s Engelsstimme. Ein bisschen schnulzig ist das Lied vielleicht und eigentlich nichts, was man auf dem Album erwartet hätte, aber grade das macht dieses Lied so großartig.

MUSE ist vielleicht auch nicht unbedingt eine Band, die extrem hochwertige Texte schreibt, wo man hinterher noch lange drüber philosophiert, aber bei diesem Song achtet man dann doch auf den Text. Ein bisschen Herz-Schmerz darf bei MUSE eben auch nicht fehlen.

„Revolt“ ist extrem rockig, harte Klänge und wohl das totale Gegenteil von „Aftermath“. Diese Härte steht MUSE. Gerne mehr davon!

Ob man nun Lieder von über Zehn Minuten mag oder nicht, darüber kann man sich streiten. „The Globalist“ hat diese Länge. Gesang kommt erst nach knapp drei Minuten. Ich denke, Gitarrenfans werden es aufgrund des langen Bass- und Schlagzeug-Solos lieben! Ein sehr abwechslungsreiches Lied! Hat ein bisschen was von QUEEN und „Bohemian Rhapsody“.

Generell finde ich, dass Matt stimmlich ein bisschen was von Freddy Mercury hat. Beides ohne Zweifel Ausnahmemusiker und -Talente!

Beim Hören des Titelliedes zum Album „Drones“ wird an Kirchengesang erinnert. Sicherlich etwas, was man beim Titel wohl überhaupt nicht erwartet hättet.

 

Textlich greifen MUSE auf die Themen Trennung, Krieg und andere politische Aspekte zurück. Daher wohl auch der gut gewählte Titel „Drones“. In letzter Zeit hört oder liest man mehr über Drohnen und hin und wieder sieht man auch eine. Der Titel ist also hochaktuell und ich denke, über das Thema Drohnen werden sich jetzt noch mehr Leute befassen, weil sie einfach wissen möchten, warum MUSE dieses Thema aufgegriffen haben. MUSE bildet in gewisser Weise also auch noch!

 

Im Ganzen ist „Drones“ von MUSE sehr abwechslungsreich. Man hat typische MUSE Lieder, die man einfach von Anfang an lieben muss und dann gibt es diese Lieder, die man öfters hören muss, bis man sich angefreundet hat.

Dann hat man mit „Aftermath“ eine Ballade, die man wohl nie so erwartet hätte und mit „Drones“ ist die Verwunderung über die Unterschiedlichkeit und Abwechslung wohl perfekt.

 

MUSE ist auch mit „Drones“ noch immer MUSE. Aber MUSE zeigt mit „Drones“ auch, dass es auch anders geht.

„The 2nd Law“ war ein Album voller, ich nenne es mal, Hymnen. Ein Lied großartiger als das Andere. Musik der Extraklasse.

„Drones“ ist anders. Hymnen gibt es, wenn, dann nur kleine. Ich finde es schwer „Drones“ mit „The 2nd Law“ zu vergleichen. „Drones“ ist im Ganzen so unterschiedlich, dass man kaum die Lieder miteinander vergleichen kann. Und „The 2nd Law“ hat schon fast was von einen extrem guten Soundtrack. Musik, die man auch mit großem Orchester spielen könnte. Das ist „Drones“ alles nicht. Aber das macht es nicht zu einem schlechten Album! Es ist eben anders als der Vorgänger!

Es ist gut, wenn Bands nicht nur das auf das Bekannte zurückgreifen und man mal mutig ist, und Anderes ausprobiert. Bekanntes wird ja bekanntlich irgendwann langweilig.

 

Gesanglich findet man natürlich auch auf diesem Album wieder ganz großes Kino. Da gibt es nichts zu meckern. Matt’s Stimme ist einfach große Klasse. Sicherlich wird es Leute geben, die seine Stimme als „Gejaule“ empfinden und sicherlich mag es für den Einen oder Anderen manchmal etwas zu viel des Guten sein. Aber ich finde, Matt schafft es, dass „Gejaule“ so zu verpacken, dass es zu den Liedern passt! Seine Stimme ist ja auch irgendwie das Markenzeichen von MUSE.

 

Das lange Warten hat sich also gelohnt. Man bekommt hier ein Album, was unterschiedlicher kaum sein könnte und gerade das macht es interessant. Man muss nicht jedes Lied lieben, um das Album zu mögen! Das Gesamtwerk ist wieder mal ein Meisterstück, aber was anderes hat man von MUSE eigentlich auch nicht erwartet!  

 

 

 

Drones


Cover - Drones Band:

Muse


Genre: Alternative
Tracks: 12
Länge: 52:59 (CD)
Label: Warner
Vertrieb: Warner