Review:

Delirium

(Lacuna Coil)

TIPP

Italiens wohl bekanntester Musikexport im Bereich Metal, LACUNA COIL haben mit „Delirium“ nun ihr achtes Studioalbum am Start. Motto des Albums muss: „Härter, schneller, lauter“ gewesen sein, denn von Altbekannten ist nicht mehr viel übrig. Ob es daran liegt, dass die Band zwei Neuzugänge im Line-up haben, oder ob die Band einfach den sicheren Hafen verlassen wollten, um mehr von der Welt zu sehen, weiß wohl nur LACUNA COIL selbst. Sicher ist aber, dass alteingesessenen Fans wohl erstmal nicht schlecht gestaunt haben.

Aber der Reihe nach.

 

„Delirium“ gibt es als Limited Edition mit 14 Songs, meine Review bezieht sich allerdings auf die „normale“ CD, auf der sich elf Songs befinden und die eine Gesamtspielzeit von knapp 45 Minuten aufweisen.

Dass „Delirium“ deutlich härter ist, als alles, was LACUNA COIL bis jetzt veröffentlicht haben, merkt man so ziemlich genau 14 Sekunden, nachdem „The House Of Shame“ angefangen hat. Der erste Song auf der Platte hat es bereits in sich und ist auch mit der härteste Song insgesamt. Nach gut 14 Sekunden fängt das Lied mit gutturalen Gesang an und man fragt sich vielleicht, ob man wirklich LACUNA COIL angemacht hat. Aber kleine Entwarnung: am Gesang von CRISTINA SCABBIA hat sich nichts geändert und damit besitzen alle Songs auf dem Album Wiedererkennungswert. Ihre Stimme ist schon sehr signifikant und verleiht LACUNA COIL einen charakteristischen Klang.

Mit dem Titeltrack „Delirium“ schaffen LACUNA COIL einen echten Ohrwurm. Nicht nur, dass der Song ein typischer LACUNA COIL-Song ist,  und damit wohl die Fans glücklich machen wird, nein, auch die Melodie und der Gesang gehen sofort ins Ohr und da bekommt man sie erstmal nicht mehr raus. Sicherlich auch einer der stärksten Lieder des Albums und zurecht Titeltrack. Generell gehen die meisten Songs sehr schnell ins Ohr und bleiben da auch eine ganze Weile. Wer also neue Ohrwürmer sucht, wird auf „Delirium“ auf seine Kosten kommen.

Balladen sucht man auf dem Album vergebens. Hätte aber wahrscheinlich auch nicht wirklich zum Gesamtkonzept gepasst. Es gibt zwar das eine oder andere Lied, wo das Tempo etwas genommen wurde, allerdings bleibt bei allen Songs der harte Gitarrensound. Wo wir beim Gitarrensound sind: das Gitarrensolo von „Downfall“ stammt von einem geringeren als MYLES KENNEDY, der nicht nur SLASH sein Goldkehlchen leiht, sondern auch mit ALTER BRIDGE sehr erfolgreich Musik macht. So eine Zusammenarbeit bringt natürlich immer Aufmerksamkeit mit sich und man kann davon ausgehen, dass die ALTER BRIDGE-Fans sich diesen Song anhören und vielleicht auch gefallen an LACUNA CIL finden werden. Es ist sicherlich nicht die schlechteste Werbung mit ALTER BRIGDE und MYLES KENNEDY in einem Satz erwähnt zu werden.

 

„Delirium“ hat Power, Tempo und jede Menge Ohrwürmer und ist wohl durch den Stilwechsel in aller Munde. LACUNA COIL ist nicht die erste Band, die einen Stilbruch vollzogen hat. Wie oft hat man in der Vergangenheit gehört, dass Band XY nun zu kommerziell sind und dass sie sich dem Mainstream verkauft hat. LACUNA COIL machen es jetzt genau umgekehrt und ernten die gleiche Kritik. Wie man es macht, man macht nicht alle glücklich. Auch wenn „Delirium“ sich von den anderen Alben der Band deutlich unterscheidet und die Band anders klingt, passen auch die härteren Klänge zu LACUNA COIL. Die Härte wird durch CRISTINA SCABBIA’s Stimme immer wieder entschärft, was das Album auch für die „alten“ Fans hörbar macht. Der gutturale Gesang ist zwar immer wieder vorhanden, aber es ist nicht so, dass die Songs nur daraus bestehen. Auch wenn man diese Art von Gesang nicht mag, bleiben die Songs durchaus hörbar, weil die weibliche Stimme doch so signifikant ist, dass man, mehr oder weniger, drüber hinweg hören kann.

Alles in Allem ist „Delirium“ ein Album, was wohl sehr viele Leute ansprechen wird, weil es eben härter ist, aber dennoch durch Cristina’s Gesang LACUNA COIL bleibt und entschärft wird. Eine Platte, die wohl so nicht erwartet wurde, aber dennoch eine Menge Liebhaber finden wird.

Delirium


Cover - Delirium Band:

Lacuna Coil


Genre: Gothic Metal
Tracks: 11
Länge: 44:52 (CD)
Label: Century Media Records
Vertrieb: Sony