Review:

Valley Of Bones

(Full Devil Jacket)

"FULL DEVIL JACKET? Das sagt mir doch irgendwas…“ - Genau, FULL DEVIL JACKET ist keine Band, die grade erst den großen Durchbruch hat. Tatsächlich haben die Jungs aus Jackson / Tennessee / USA bereits 1999 Ihre EP mit dem Titel „ A Wax Box“ veröffentlicht. Es folgte ein Bilderbuchstart, von dem wohl jede Band träumt. Nach der Veröffentlichung der EP folgte sehr schnell 2000 das selbstbetitelte Album „Full Devil Jacket“. Sie tourten mit NICKELBACK, CREED, SLAYER und SLIPKNOT. Der Band standen alle Wege offen, aber leider endete die Überholspur, auf der sich FULL DEVIL JACKET offensichtlich befanden, 2002 mit einer Heroin-Überdosis des Leadsängers Josh Brown, an der er fast gestorben wäre.

Nun, gut zwölf Jahre später, veröffentlichen die Jungs neues Material. Schaut man sich deren Facebook-Seite an, haben die Fans der Band die Treue gehalten und erwarten sehnsüchtig das neue Album.

Mit „Valley Of Bones“ wollen FULL DEVIL JACKET ihr Comeback feiern, aber es wird ihnen das auch gelingen? 12 Jahre ist eine lange Zeit. Man wird älter, reifer und Geschmäcker ändern sich.

Wie also klingen FULL DEVIL JACKET heute, 12 Jahre später?

Auf dem Album befinden sich zehn Lieder, mit einem Bonus für EU-Länder, also auch uns!

Von den elf Liedern sind sieben rockig, schnell, und laden zum Fuß-Wippen und Head-Bangen ein! „The Moment“, „What if I Say“ und „Paper Crown“ sind dagegen etwas langsamer. Man könnte sie als Metalballaden bezeichnen.

Das Lied „August“ ist das einzige Lied auf dem Album, wo auf man das Tempo komplett rausgenommen hat und fast ausschließlich auf Stimme, Klavier und Streicher setzt. Hier kommt Josh’s Stimme richtig zur Geltung. Er kann nicht nur Metal, er könnte auch das „Singer/Songwriter-Ding“, wo man nur ihn und sein Instrument auf der Bühne hat. „August“ unterscheidet sich sehr stark von den anderen Stücken, tut dem Album aber als Gesamtpaket keinen Abbruch. Eher das Gegenteil, meiner Meinung. Denn es zeigt so auch das Können und die Vielseitigkeit der Band.

„Valley Of Bones“ ist nicht nur der Albumtitel, sondern auch ein Liedtitel. Textlich, wie die anderen auch, ein starkes Lied, was durch das schnelle Tempo auch überzeugen kann. Warum genau das als Titel für das Album genommen wurde, kann man nur raten, aber sicherlich spielt es eine Rolle, dass etwas mit Knochen immer stark klingt und neugierig macht. So böse und hart, wie man anhand des Titels vermuten könnte, ist das Album aber trotzdem nicht.

Die Lieder sind alle so, dass man den Refrain nach dem ersten Hören mitsingen kann. Generell kann man sagen, dass FULL DEVIL JACKET ihren Stil nicht verändert haben. Kennt man das andere Album und die EP, könnte man nicht denken, dass inzwischen mehr als ein Jahrzehnt vergangen ist. Sie machen weiter wo sie aufgehört haben und das wird sicherlich nicht nur die „alten“ Fans freuen, sondern auch viele „neue“ begeistern. Damals wie heute schreiben FULL DEVIL JACKET ehrliche Texte aus dem Leben gegriffen, teilweise gesellschaftskritisch, nichts Erfundenes, weil es sich gut verkaufen lässt. Das haben sie auch nicht nötig, denn die Fans sind ihrer Band in all den Jahren treu geblieben!

„Devil Of Bones“ ist ein starkes Album, was auf Tempo und einprägenden Refrains und Melodien setzt. Gesanglich gibt es eine gute Mischung aus Growling und normalen Gesang, so dass es weder zu hart, noch zu weich ist. Die Reihenfolge die Lieder ist gut angesetzt. So wechseln sich die langsameren Lieder mit den Schnellen ab und „August“, was sich definitiv von den Anderen vom Stil her abhebt, ist ganz zum Schluss, jedenfalls, wenn die CD ohne Bonus-Lied besitzt.

Das Album macht Spaß und wird begeistern.

Anfangs habe ich die Frage nach dem gelingenden Comeback in den Raum geworfen. Ganz klar, ja, denn sie sind sich treu geblieben. Musikalisch sind sie immer noch die FULL DEVIL JACKET, die sie vor 12 Jahren waren, nur eben älter und von den Texten her vielleicht etwas gesellschaftskritischer als früher. Hoffentlich hat das Auf und Ab der Band jetzt ein Ende und sie können ihre Erfolgsspur weiterführen. Verdient hätten sie es allemal.

Bleibt zu offen, dass sie ihr Comeback nicht nur in den USA Live feiern werden, sondern uns auch mit einer Tour beglücken.

Beide Daumen hoch für FULL DEVIL JACKET mit „Valley Of Bones“!  

 

 

Valley Of Bones


Cover - Valley Of Bones Band:

Full Devil Jacket


Genre: Rock
Tracks: 11
Länge: 43:26 (CD)
Label: Steamhammer
Vertrieb: SPV