KONZERT: SAVATAGE, ARMORED SAINT, METAL CHURCH - K.I.T. Legions: Geiselwind, Eventhalle (Savatage)

Konzert vom 09.08.2026
Das K.I.T. Legions ist der neuste Ableger des jährlich in Lauda-Königshofen statt findenden Metalfestivals „Keep It True“ und der reguläre Nachfolger vom K.I.T. Rising, das von 2021-2024 in der Posthalle in Würzburg seinen Platz hatte. Veranstaltungsort war dieses Mal die Eventhalle in Geiselwind und das Line-Up stand dem Rising ansonsten in nichts nach.
Nach Jahrzehnten Pause betouren SAVATAGE seit Sommer 2025 Europa. Und so wird es Zeit, dem US-Fünfer unsere Aufwartung zu machen. SAVATAGE ist am Sonntag Zugpferd und Headliner beim KIT-Legions, also nichts wie hin.
Zum Einstieg in den Konzerttag haben wir uns METAL CHURCH auserkoren. Die Combo hatte sich ja vor kurzem erst (mal wieder) neu erfunden und mit Brian Allen (Gesang) und David Ellefson (Bass) sind zwei gute alte Bekannte am Start. Dieser Neustart kam eigentlich erst dadurch zustande, dass der gute Brian ein paar alte Wayne-Songs mühelos einsang und das dem Bandchef Kurdt Vanderhoof, der die Band gerade eben beerdigt hatte, zukommen ließ. Deshalb hat man eine neue Platte im Gepäck, die so richtig Appetit auf ein Liveerlebnis macht. Der Saal war kurz nach 18 Uhr knackig gefüllt und METAL CHURCH legte los wie die Feuerwehr. „Ton Of Bricks“, „Start The Fire“ und „Fake Healer“ fegten wie ein Orkan durch die Halle und jeder der nicht ob der sommerlichen Temperaturen transpirierte, bekam augenblicklich Hitzewallungen. Die Auditorium bebte förmlich. Brian Allen mimte den Wirbelwind auf der Bühne und war stimmlich unfassbar gewaltig und so nahe am Original, dass es einem vorkam wie eine Zeitreise back to the 80s. Nach dem wunderbaren Gänsehautmoment in Form von „Gods of Wrath“ kam dann die erste Nummer vom neuen Longplayer „F.A.F.O.“, die sich nahtlos in das Best-Of Set der Metal-Legenden fügte, das sich aus den Hits der ersten drei Alben und zwei neuen Songs zusammensetzt. So kam dann folglich, was kommen musste: „Watch The Children Play“ war definitiv der Höhepunkt der Performance und nicht nur, weil das eine der größten Metalhymnen überhaupt ist, sondern weil jeder Musiker auf der Bühne diesen Song mit Herzblut zelebrierte.Als die Amerikaner den Gig nach einer Stunde mit „Metal Church“ beendeten, war das mehr als ein Auftritt, sondern ein Statement: METAL CHURCH sind wieder da! Leider muss ich ein wenig Wasser in den Wein gießen, denn der Sound war zwar klar, lies aber leider den Druck vermissen, den dieses Konzert verdient hätte. (MC)
Zwischen METAL CHURCH und SAVATAGE aufzutreten, ist wahrlich nicht die leichteste Aufgabe. ARMORED SAINT lösten diese jedoch mit einer absolut überzeugenden Mischung aus jahrzehntelanger Live-Routine und einer immer noch fast jugendlichen Begeisterung für die Musik. Insbesondere Sänger John Bush und Basser Joey Vera trinken scheinbar aus einem Jungbrunnen. Die Energie, die die Ü-60er immer noch auf die Bühne bringen, ist beeindruckend und das wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Die Setlist bot einen Querschnitt durch das gesamte Schaffen der Band vom unverwüstlichen 'Can U Deliver' bis zu neuem Stoff wie dem Opener 'Close To The Bone'. Einen tollen Gänsehautmoment lieferten die Kalifornier bei 'Aftermath', das durch John Bush von inmitten des Publikums gesungen wurde. Seine Performance war trotzdem absolut perfekt. Mit dem Knaller 'Reign Of Fire' verabschiedeten sich die Saints dann von einem völlig begeisterten Publikum. Ein ganz, ganz starker Auftritt. (AS)
Die Wege sind kurz und die Halle füllt sich wie nie an diesem Sonntag, als das blau beleuchtete Backdrop mit SAVATAGE erscheint. Gerade hier, bei diesem mit Metal-Muttermilch aufgezogenen Publikum, gehe ich davon aus, dass bereits die Hälfte der Halle die Band seit dem Comeback live gesehen hat. Dennoch ist spürbar, dass SAVATAGE vom Publikum eine besondere Aufmerksamkeit und, ja Liebe, entgegen strahlt.
So wundert es nicht, dass nach dem Betreten der Band und den ersten Tönen von „Morphine Child“ sich das Publikum in die Hände von Zachary Stevens, Chris Caffery und Konsorten begibt. „Dead Winter Dead“ und erst recht „Jesus Save“ machen dann quasi schon den Deckel drauf. Visuell stimmig und zusätzlich aufputschend, mit Plattencover und Animationen, unterstreicht eine Video-Leinwand im Hintergrund, passend zum Song, das Geschehen. Zack Stevens merkt man die immensen Tour-Aktivitäten ein wenig in den Stimmbändern an, gleichwohl liefert er wie gewohnt eine starke Performance ab. Auch der Rest der Truppe wirkt dynamisch und sauber eingespielt.
Die besondere Tragik von SAVATAGE mit dem Verlust ihres Gitarristen und dem mehr als angeschlagenen, nicht mehr mit auf der Bühne stehenden Mastermind Jon Olivia sind immer Bestandteil der Performance. „Handful of Rain“ oder „This Is The Time“ geben diesem Gefühl auch musikalisch einen Namen. „Warriors“ und „Sirens“ lassen dann simplem Faust in die Luft recken und Mitsingen Raum. Bei „Believe“ wird aber dem bereits beschriebenen Gefühl wieder mit einer Einspielung von Jon Olivia am Klavier gehuldigt. Gefolgt von „Gutter Ballet“ bekommt der Fan genau das geliefert, was er sich wohl erhofft: Gänsehaut, Emotionen und einen Hauch von Metal History, der durch die Halle weht, wie es nur ganz wenige Bands liefern können. „Hall Of The Mountain King“ lässt zum Schluss nochmal die Halle beben, ehe das zufriedene Publikum die Heimreise antritt.
Dass die anstrengende Tour durchaus ihren Tribut einfordert, ist verständlich; gleichwohl haben SAVATAGE geliefert, sie sind top eingespielt und performen nahezu makellos. Wie es weiter geht mit SAVATAGE, bleibt spannend. Zur Zeit lebt die Band in und von ihrer Geschichte, auf Dauer müsste daran weiter geschrieben werden, um Wiederholungen und auch um eine Ermüdung des Interesses zu vermeiden. (S)
Text: Michael Berghammer (MC), Ralf Großmann (AS), Marco Berghammer (S)
Fotos: Michael Berghammer



































