KONZERT: LANSDOWN, JOE HERMES, PROSTPECT HILL - Frankfurt, Das Bett (LANSDOWNE)

BY Marco Berghammer





Konzert vom 16.04.2026

LANSDOWN konnten mit ihrem im April erschienenen neuen Longplayer „Wish You Well“ überzeugen, mit ihm schafften sie es in kurzer Zeit, eine recht hohe Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. So wundert es nicht sonderlich, dass am 16. April im Frankfurter Bett ein recht hoher Publikumsandrang herrscht. Was stört, dass entgegen der Vorankündigung, nicht um 19h, sondern erst eine Stunde später Einlass ist, was an Problemen mit der Technik und einem sich dadurch verzögernden Soundcheck lag. So sammelt sich eine große Masse an Konzertbesuchern vor der Location und steht sich die Beine in den Bauch.

PROSTPECT HILL ist die erste Band und eröffnet den Gig vor einer spärlich gefüllten Halle, weil eben noch viele nicht die Einlasskontrolle passiert haben. Apropos Soundcheck: die Bands, alle drei, haben einen übersteuerten und viel zu lauten Sound. Die Bässe sorgen für Vibrationen in der Location, und generell ist es ohne Hörschutz (den gab es im Bett umsonst) schwer ertragbar. Das mindert den Genuss nicht nur bei der ansonsten motiviert agierenden Vorband, die mit ihrem New Metal gut zum Hauptact passt.

Der in Amerika durchaus schon bekannte JOE HERMES ist Supporter Nummer zwei, und gleich mal vorweg Applaus für diese kurzweilige und starke Performance. Rock Country war angesagt,  eine recht groovende Version davon. BLACK STONE CHERRY, EVERLAST und eine Prise Southern Rock sind die Zutaten, dazwischen positioniert sich der aus Illinois stammende, jetzt in Nashville lebende, Künstler. Die Coolness und schon leicht überzogene Lässigkeit, die JOE HERMES auf der Bühne zeigt, nerven zwar ein wenig, aber passen ansonsten klasse zu dem starken und bluesigen Country Rock. Die Songs sind allesamt fesselnd und punkten mit fein dosiertem Gefühl und Hingabe. Es macht absolut Sinn, sich den Namen JOE HERMES zu merken.

Nach kurzer Umbaupause eröffnen LANSDOWN mit dem bockstarken “Can’t Wish You Well“ die Show. Ich meine, die Bostoner Jungs haben den übersteuerten und zu lauten Sound noch etwas mehr in den roten Bereich gedreht. Ich wundere mich, dass sich das nicht auf der Bühne oder im Hallenteam rumspricht und reguliert wird. LANSDOWN sind live noch eine Spur elektronischer und moderner als auf Konserve. Der wärmende Alternative Rock-Einfluss des Tonträgers weicht einem kühlen New Metal Flavour. Viele Samples und Soundeinspielungen verdichten und synthetisieren den Klang. Die Band agiert leidenschaftlich, Sänger Jon Ricci ist sehr motiviert und agil auf der Bühne und bezieht das Publikum immer wieder mit ein. Es ist ein eher mittelaltes bis junges Publikum. Die Nummern der neuen Platte überwiegen das Set. Die Band wird gefeiert, und trotz kaum ertragbarer Lautstärke ist der Großteil der Zuschauer angetan von dem Gig. Die US Boys erscheinen nach der Vorstellung noch gut gelaunt am Merch-Stand und stehen geduldig für Fotos und zum Signieren zur Verfügung.

LANSDOWN hat heuer in Deutschland bzw. Europa einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Ein bockstarkes Album, mit anschließender Tour und einem Supporter, der aufhorchen lässt - all das dürfte für Nachhall sorgen.

Fotos: Michael Berghammer