KONZERT: Michael Schenker; Rock Road; Power State - Frankfurt, ZOOM (MICHAEL SCHENKER)

BY Michael Berghammer





Konzert vom 03.03.2026

MICHAEL SCHENKER hat beim Rock Hard Festival 2023 mit acht UFO-Songs diesen fokussierten Blick auf seine UFO-Karriere bereits sanft eingeleitet, der letztendlich in seinem „My Years With UFO“- Album seinen vorläufigen Höhepunkt fand. 2025 hat er angefangen, mit diesem Karriere-Blick auf Tour zu gehen. Zu seiner Band gehört neben dem fest installierten Steve Mann zum ersten Mal Sänger Robert Dimitri Liapakis von MYSTIC PROPHECY und DEVIL’S TRAIN.

Die Location, das Frankfurter „Zoom“, liegt gut erreichbar im Industriegebiet der Main-Metropole und hat zwei Räume für Konzerte zu vergeben. MICHAEL SCHENKER spielt in dem größeren, dem mit einer korallenähnlich verkleideten Wand, und dazu punkten kurze Wege zu Getränken und Toiletten. Bei uns darf das Frankfurter Trio von POWER STATE den Abend musikalisch eröffnen. Die drei Musiker haben wie alle einen klasse Sound und überzeugen mit knackigen, modernen Rocknummern. 30 Minuten dürfen sie uns unterhalten, und das machen sie mit Spielfreude, Leidenschaft und ansteckend guter Laune.

ROOK ROAD, die Classic Rock-Band aus dem schönen Saarland, hat 15 Minuten mehr Spielzeit. Die fünf Musiker passen gut zu MICHAEL SCHENKER, sie bieten einen Mix aus RAINBOW und DEEP PURPLE beeinflusstem Hard Rock und werden vom Publikum zu Recht mit ordentlich Applaus entlohnt.

Gegen 21 Uhr darf dann der Meister auf die Bühne. Nach kurzem Intro öffnet „Natural Thing“ den Gig. Die Band hat eine mittelgroße Bühne zur Verfügung, die geradeso ausreichend für einen Hauptakt ist. Die Beleuchtung ist atmosphärisch, der Sound klar und makellos. Michael ist sicher kein ganz einfacher Künstler, so darf man sich über seine Optik - große Mütze und Halskrause - wundern, wobei die Bewunderung seiner Kunst mehr Sinn und Anlass gibt. Sänger R.D. Liapakis macht einen tollen Job, aber die Fußstapfen von PHIL MOGG sind eine Nummer zu groß. Es ist nicht die Technik oder das Vermögen, nein, es ist die Stimmfärbung an sich. Phils Stimme hat diese schneidende Brillanz und einen unverwechselbaren Charakter.

Michaels Spiel ist flitzeflink, dabei unfassbar präzise, und der Klang seiner Flying V hat etwas von Homers Sirenen, dem man sich nicht erwehren kann. „Doctor Doctor“, sanft und atmosphärisch eingeleitet, verzückt das Frankfurter Publikum und wird wie nahezu alle Nummern frenetisch mitgesungen. Das danach platzierte Bass-Solo ist überraschend kurzweilig, das einige Nummern später kommende Schlagzeug-Solo hätte ich indes nicht gebraucht. Nach dem Medley aus „Lipstick Traces“, „Between the Wall“ und „Belladona“ kommt mit „Love to Love“ ein weiterer Höhepunkt. Ein Song, der es mit jeder Gänsehaut-Bombast-Ballade aus den 70ern aufnehmen kann. Ab hier wird quasi dann langsam der Schlussspurt eingeleitet. „Rock Bottom“, „Shoot Shoot“ und „Too Hot to Handle“ machen den Sack zu, ohne Zugaberufe und dem ganzen Prozedere, was ich als angenehm und ehrlich empfinde.

Michaels Spiel hat die Zuschauer verzaubert. Nie habe ich den Künstler präziser und klarer gehört als hier. Dazu wirkte er aufgeräumt und motiviert. Seine Begleitband war top eingespielt, und Sänger R.D. Liapakis legte, zwar rauer und bluesiger als gewünscht, gleichwohl eine starke Performance hin.

Text:   Marco Berghammer
Fotos: Michael Berghammer