KONZERT: Burning Witches; Hammerking - Aschaffenburg, Colos-Saal

Konzert vom 11.02.2026
Wenn Könige und Hexen eine Reise tun, dann gibt es was zu
schauen.
HAMMERKING haben sich das Motto „Make Metal Royal Again“ auf
die Banner geschrieben und wollen dieses Ziel mit hymnenhaften Power Metal,
etwas Mummenschanz und viel Augenzwinkern erreichen. Dabei schafft man das
Kunststück zu unterhalten, für den einen oder anderen Lacher zu sorgen und
dennoch nicht zu einer Parodie zu verkommen. Dazu sind die Songs auch griffig
und zu gut. Ober König Titan Fuchs führt mit Verve und majestätischer Eleganz
durch das Programm. Dabei sucht seine Durchlauch allerdings immer die Nähe zum
Publikum und wirkt immer wie ein König des Volkes. Es ist egal ob ihm seine
Zofe nun eine Schüssel mit Dublonen reicht, welche er gönnerhaft verteilt oder
er sich für Frieden und Zusammenhalt ausspricht – immer bleibt er nahbar und
sympathisch. Seine Hintermannschaft ist ständig in Bewegung, die Haare fliegen
und dem Anspruch Metal eben zu alter Glanz und Glorie zu verhalfen wird man
vollauf gerecht. Das KENNY LOGGINS Cover „Danger Zone“ (aus „Top Gun“) wirkt
inhaltlich etwas deplatziert, macht aber dennoch Spaß. Und wer weiß? Vielleicht
hat der König demnächst non Hämmern genug und setzt auf dem Schlachtfeld der
Zukunft dann doch lieber auf eine F-16.
Die eingestreuten Textteile in Deutsch bei „Hammerschlag“,
„Hoheitsgebiet“ oder „König und Kaiser“ erweisen sich als kluger Schachzug und
nachdem die letzten Töne von „Kingdom Of The Hammerking“ verklungen sind, ist
auch Aschaffenburg offizielles „Hoheitsgebiet“.
Nun wird es Zeit für die Hauptattraktion des Abends. BURNING
WITCHES haben sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe entwickelt. Dies
ist nicht nur den tollen Alben, sondern vor Allem der schweißtreibenden
Liveshows geschuldet und heute stürmen die Hexen voller Elan mit dem neuen
„Soul Eater“ auf die Bühne. Sängerin Laura hat sich zu einer charismatischen
Frontfrau entwickelt, die ihre starke Singstimme und ihr aggressives
Metalfauchen in eine gute Balance gebracht hat. Sie füllt nicht nur mit ihrer Präsenz
die Bühne aus, sie ist auch wortwörtlich überall. Sogar einen Ausflug ins
Publikum unternimmt sie. Aber auch der Rest der Hexen ist überaus agil.
Bassistin Janine ist im Dauer-Headbang-Modus, Courtney verzückt mit beseeltem
Gitarrenspiel und Gesichtskirmes vom Feinsten, Chefin Ramona hat alles unter
Kontrolle und Drummerin Lala sorgt für mächtig Antrieb.
Man begibt sich auf eine Reise quer durch die nunmehr auch
schon fast eine Dekade dauernde Historie. „Black Widow“ ist eine ganz frühe
Nummer, die frenetisch bejubelt wird. Aber auch „Hexenhammer“ (ich erkenne im
Laufe des Abends eine leichte „hammerlastigkeit“) erntet starke Reaktionen. Das
Licht ist stimmungsvoll und der Sound laut, aber differenziert genug, dass alle
Feinheiten klar zu hören sind. Und derer gibt es gerade im Gitarrenbereich
einige. BURNING WITCHES beweisen auch heute wieder was für eine starke Liveband
sie sind und der Erfolg, den sie aktuell einfahren absolut verdient ist. Mit
der Bandhymne „Burning Witches“ geht ein starker Heavy Metal Abend zu Ende.





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