KONZERT: BEYOND THE BLACK; SETYØURSAILS; SERAINA TELLI - Wiesbaden, Schlachthof

BY Fabian Zeitlinger





Konzert vom 11.02.2026

Von einem, zum neuen Album „Green“ passenden, stimmungsvollen Bühnenbild umgeben, betreten SERAINA TELLI und ihr Partner in Crime, Drummer Mike Maloth, die Bühne des Schlachthofs. SERAINA beeindruckt sowohl mit ihrer Stimme, als auch mit ihrer schieren Präsenz. Egal ob als Sängerin, Gitarristin oder hinterm Keyboard. Ihre Performance strotzt nur so vor Energie und die Interaktion mit dem Publikum ist sympathisch sowie authentisch. Stilistisch ist SERAINA dem harten Rock oder gar Metal schon lange entwachsen und gerade neue Stücke wie „Consequences“ oder „Love“ verdeutlichen das noch einmal mehr. Natürlich bekommt sie heute verdientermaßen mehr als nur Höflichkeitsapplaus und dennoch frage ich mich, ob Seraina im Hard & Heavy Kontext nicht verheizt wird. Ich kann sie mir nämlich auch super als Support für P!NK oder ANASTACIA vorstellen. Es rockt partiell aber es „soult“ auch oder „singer-songwritet“ auch oft. Das Einzige, was mich tatsächlich stört, ist, dass ich bei einigen Songs eine ganze Band höre, aber nur 2 Menschen sehe. Und da bin ich mal echt oldschool, doch wenn ich auf ein Livekonzert gehe, dann finde ich es schon geil, wenn sich die Playbackanteile in überschaubaren Grenzen halten. Tolle Sängerin, tolle Performerin aber mit kombletter Band wäre es zumindest für mich noch einen Tacken besser gewesen.

SETYØURSAILS aus Köln sind die nächsten auf der Liste und stehen für eine gänzlich andere Stilistik. Metal Core voller Energie, welcher besonders vom Wirbelwind am Mikro Jules Mitch vorangepeitscht wird, steht auf der Agenda. Jules steht nicht eine Sekunde still und hüpft, rennt und springt unermüdlich über die Bühne. Dabei wechselt sie mühelos zwischen aggressiven Gekeife und gutem Klargesang. Ihre Band bereitet ihr einen fetten Teppich aus aggressiven Modern Metal Riffs und fiesen Breakdowns. SETYØURSAILS setzen außerdem viel auf das Einbeziehen des Publikums. Egal ob mit Mitsingspielchen oder Aufforderung zu tanzen und zu hüpfen. Das Volk soll schließlich etwas tun für ihr Geld. Und auch wenn SETYØURSAILS stilistisch nicht zum heutigen Headliner passen, machen sie richtig und Stimmung und heizen ordentlich vor. Mit „Best Of Me“ vom noch aktuellen Album „Bad Blood“ verabschiedet man sich und macht Platz für…

BEYOND THE BLACK. Jennifer und ihre Jungs starten mit dem Titelstück ihres neuen Albums „Break The Silence“ in ihren Set. Die Bühne besteht hauptsächlich aus zwei überdimensionalen LED-Leinwänden, welche treppenartig angeordnet sind und den Musikern die Möglichkeit geben, sich auf mehreren Ebenen zu bewegen. Weiter geht´s mit „Hysteria“ und es fällt auf, zu welch einer sicheren Frontfrau sich Jennifer Haben entwickelt hat. Auch gesanglich gibt sie sich keine Blöße. Natürlich ist sie der klare Mittelpunkt der Show und sie steht meist im Mittelpunkt des Interesses und dennoch haben ihre Mitmusiker genug Raum sich zu präsentieren und vermitteln so echtes Bandfeeling. Spannend ist die Tatsache, dass man heute neben vielen Songs des aktuellen Albums, hauptsächlich auf Songs vom Debüt „Songs Of Love And Death“ zurückgreift. Ganze 5 Nummern finden sich heute im Set. Wobei das von Jennifer mit überdimensionalen goldenen Engelsflügen präsentierte „When Angels Fall“ am beeindruckendsten rüberkommt. Aber auch alle anderen Alben werden mit mindestens einem Song gewürdigt. In der Mitte des Sets wird es mit „Wounded Healer“ und „Ravens“ etwas ruhiger. Diese werden teils akustisch und oder in Synth Versionen dargeboten. Die Synthesizer sind alten PCs nachempfunden und haben eine sehr coole Optik. Das Ende des regulären Sets wird mit „In The Shadows“ eingeläutet. Der Zugabeblock beginnt mit „The Art Of Being Alone“ eingeläutet, wobei der Part von Chris Harms von LORDS OF THE LOST über die großen Leinwände eingespielt wird. Mit „Running On The Edge“ und „Hallelujah“ geht ein toller und sehr abwechslungsreicher Konzertabend zu Ende.

Leider musste die Tour kurze Zeit später krankheitsbedingt abgebrochen werden. An dieser Stelle gute Besserung an die beiden Rekonvaleszenten.