KONZERT: TRANCE, SAINT'S ANGER - Mannheim, 7er Club

Konzert vom 17.01.2026
Geschichte wiederholt sich, denn vor ziemlich genau 40 Jahren fand dieses Konzert in gleicher Besetzung schon einmal statt. Geändert hat sich außer dem einen oder anderen Protagonisten jedoch nicht viel. Im Jahre 2026 stehen SAINT’S ANGER und TRANCE für urtypisch teutonischen Qualitätsstahl. Auch wenn man nie in die Riege von HELLOWEEN, ACCEPT oder RUNNING WILD vorstoßen konnte, so hat man doch einiges zur deutschen Metalszene der 80er beigetragen.
SAINT’S ANGER starten mit dem flotten „The Bullet“ und sofort fühlt man den Enthusiasmus und die Aufbruchstimmung, die Mitte der 80er in der deutschen Metalszene geherrscht haben muss. Frontmann Harald Piller klingt immer noch wie ein etwas melodischerer Udo oder erinnert an Reent Fröhlich, als der noch bei FACT das Mikro schwang. Die eingängigen und im besten Wortsinn naiven Metalhymnen verfehlen ihre Wirkung nicht und das erfreulicherweise recht angenehm gefüllte Rund geht begeistert mit. Mit „Danger Metal“, „Crashing On Steel“ oder „Hero“ wird weiter der kurzen Geschichte von SAINT’S ANGER gedacht. Man war zwar unter dem Namen PALACE viele Jahre musikalisch nicht untätig, aber heute geht es um die Roots und die werden dankbar aufgenommen. Sowohl von alten Hasen, die „damals schon dabei waren“, als auch von kuttentragendem Jungvolk, welches sich als erstaunlich textsicher erweist. Mein Respekt geht an Gitarrist Jürgen Knief, welcher augenscheinlich im Laufe des Sets massive Schmerzen an seiner linken Hand bekommt, die Show aber dennoch bis zum Ende durchzieht.
Durch SAINT’S ANGER kräftig aufgewärmt werden TRANCE lauthals empfangen. TRANCE haben es aktuell nicht gerade leicht. Denn nicht nur Gitarrist Markus Berger wird auf Grund von Krankheit von Wolfgang Buchinger ersetzt, sondern auch Sänger Alexx Stahl hütet das Lazarett und wird von seinem extra aus Holland angereisten Vorgänger Nick Hollemann vertreten. Man macht jedoch aus der Not eine Tugend und insbesondere Hollemann liefert eine Show der Extraklasse und es wirkt, als sei er nie weg gewesen. Der Mann ist ein Naturereignis und vereint eine energische aber immer hochsympathische Bühnenshow mit Champions League würdigem Gesang zu einer gnadenlos guten Performance. Dass der Monitor von Gitarrist Kalli den Dienst verweigert, wird vom Mann hinterm Mischpult so geregelt, als dass er alles andere einfach bis zum Anschlag aufreißt. Das ist dann gegen Ende schon grenzwertig. Aber die Band gibt hier nicht auf und rockt auch im Blindflug munter drauf los. Auf die Frage an den Soundmenschen, ob man das nicht irgendwie in den Griff bekommen könne, kommt die launige Antwort „TRANCE sollten einfach mal einen Song spielen“. Genau mein Humor. Und wie SAINT’S ANGER setzen auch TRANCE bis auf wenige Ausnahmen vornehmlich auf ihre Klassiker: „Heavy Metal Queen“, „Confession“, „We Are The Revolution“, „Rockstar“ oder das vielumjubelte epische „Loser“ sind Zeugnisse einer Band, die Anfang der 80er ganz vorne mit dabei war, es dann eben doch nicht in letzter Konsequenz geschafft haben, während die Mitbewerber dieser Zeit ACCEPT, SINNER oder auch die SCORPIONS gnadenlos davonzogen. Aber fast 45 Jahre später ist das völlig egal und man feiert die Songs als das, was sie sind: Underground Klassiker, die einer kleinen, aber feinen Fanschar viel bedeuten. Und so geht mit „Live & Heavy“ ein illustrer und sehr unterhaltsamer Abend im Zeichen des Heavy Metal zu Ende.













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