Konzert:

NIGHTWISH, ARCH ENEMY, AMORPHIS - Oberhausen König-Pilsener-Arena

Konzert vom 21.11.2015

Lange mussten wir in Europa warten, bis NIGHTWISH endlich mit ihrer „Endless Forms Most Beautitul“-Tour auch bei uns vorbei schauen würden. Am 21. November war es dann endlich so weit: NIGHTWISH sollten vor ausverkauften Haus in der König-Pilsener-Arena spielen. Da NIGHTWISH nicht kleckern, sondern immer klotzen, waren AMORPHIS und ARCH ENEMY als Support dabei.

 

Ja, wer das doppelte an Fahrtzeit einplant, wohnt im oder am Rande des Ruhrgebietes und kennt die Staus. Dieses Mal hat meine Regel: „Nimm die doppelte Fahrzeit, dann haut es schon hin“ leider nicht gestimmt, denn ich kam grade in die Halle, als ARCH ENEMY anfingen zu spielen. Wer rechnet auch schon damit, dass man für eine Strecke von 35 Minuten auf einmal 2,5 Stunden benötigt??? Leider habe ich so AMORPHIS verpasst. So war der Staugott es aber möchte, werde ich das in Frankfurt beim Konzert dann nachholen und mir das volle Paket der 3 Bands ansehen. Da ich vom neuen ARMORPHIS-Album nur Gutes gehört habe, hat es mich aber doch etwas geärgert, dass ich ausgerechnet diese Band verpasst habe.

 

Gegen Viertel nach Sieben fingen dann bereits ARCH ENEMY an. Die ganze Veranstaltung war sehr früh angesetzt, so dass AMORPHIS bereits um halb Sieben die Bühnen betreten sollten.

ARCH ENEMY ist so gar nicht meine Musik. Ich würde es, böse ausgedrückt, auch als Krach bezeichnen. Dennoch hatte die Bühnenshow sowas anziehendes, dass man trotzdem gespannt hinsieht, weil man denkt irgendetwas Aufregendes passiert noch. Die Lichtshow war wirklich sehr toll und das Publikum schien mehr Gefallen an der Musik zu haben als ich. Die zu diesen Zeitpunkt schon fast volle Arena hat ordentlich mitgemacht und die Anweisungen von Frontfrau Alissa befolgt. Überhaupt fand ich sie wirklich sehr interessant: So eine zierliche Frau und dann so ein Organ – Wahnsinn!!! Ja, meine Musik war es nicht, aber die Show fand ich trotzdem gut und ich denke, für Leute, die die Musik mögen war das wirklich ein tolles Konzert. ARCH ENEMY durften gut eine Stunde spielen, dann mussten sie die Bühne für die Umbauarbeiten für NIGHTWISH räumen.

 

Diese Umbauarbeiten fanden hinter einen großen, schwarzen Vorhang statt. Was so geheimnisvoll am Bühnenbild hinterher war, weiß ich nicht, aber es schindet natürlich immer Eindruck, wenn ein Vorhang fällt und die Musiker sind auf der Bühne. Der WOW-Effekt klappt einfach immer und hat auch dieses Mal funktioniert als NIGHTWISH anfingen zu spielen.

Wer zugibt NIGHTWISH zu mögen, fängt eigentlich immer direkt eine Diskussion an, wo Hauptthema oft der Wechsel der Sängerinnen ist. Ich werde hier nicht darauf eingehen, wer, was besser singt oder wer besser zur Band passt oder wer eben nicht. Es sollte klar sein, dass jeder Sänger oder Sängerin einen eigenen Stil hat und eben anders singt. Wer zu einen NIGHTWISH Konzert im Jahre 2015 geht, der weiß, dass man nicht exakt den Gesang bekommt, wie 2003 oder 2010. Fakt ist, dass FLOOR JANSEN eine starke Persönlichkeit ist, was sie auch auf der Bühne  zu jeder Zeit beweist. Sie hat einfach Power in Stimme und in Bühnenpräsenz. Natürlich ist ihre Größe nicht ganz unbeteiligt daran, aber auch ihr Outfit, was hier eine kurze, schwarze Hotpants und ein hautenges Lederoberteil war, trägt dazu bei.  Ihre stark geschminkten Augen runden die Erscheinung ab und machen sie komplett. Man kann den Blick fast gar nicht von ihr nehmen und nimmt die anderen Bandmitglieder fast gar nicht mehr wahr. Sie ist ein Profi und weiß außerdem, wie man mit so einer Menge an Menschen umgeht. Bei Liedern wie  „Ever Dream“ oder „Nemo“ hat sich das Publikum singen lassen. Sowas kommt immer gut an und als Konzertbesucher fühlt man sich als Teil des Konzerts und nicht nur als Zuschauer.

Von der Lichtshow her, war das eher sehr einfach gehalten. Es gab LED-Wände, wo hin und wieder Landschaften gezeigt wurden. Bei NIGHTWISH liegt der Fokus ganz klar bei der Pyrotechnik und die hat es wirklich in sich. Fast kein Lied, wo nicht von irgendeiner Stelle der Bühne Feuer gesprüht hatte. Wirklich sehr beeindruckend und wow! Das schindet definitiv Eindruck und begeistert die Menge!

Ein Blick auf die Setlist verrät, dass überwiegend Lieder des neuen Albums gespielt wurden. War logisch, denn es ist die „Endless Forms Most Beautiful“-Tour, und auch wenn der Rest buntgemischt war, so fehlte doch wirklich „Wishmaster“. Das ist ein Lied, das, so finde ich, hätten sie nicht aus der Setlist nehmen dürfen. Das ist ja wie, als wenn die ROLLING STONES „Satisfaction“ nicht spielen würden. Manche Lieder gehören einfach dazu und „Wishmaster“ gehört einfach zu NIGHTWISH. Natürlich kann eine Band, die so viele großartige Lieder hat, nicht alle glücklich machen und selbst wenn sie 4 Stunden gespielt hätten, hätten trotzdem einige gemeckert, aber so das eine oder andere Lied wurde auch von anderen Besuchern vermisst. Ich finde auch, dass Marcos großartiger Gesang etwas zu kurz gekommen ist, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Insgesamt wurden 17 Lieder gespielt, was guter Durchschnitt ist, denn die viele Bands spielen zwischen 16 und 22 Liedern.

 

Abschließend kann man wirklich sagen, dass NIGHTWISH nicht kleckern sondern Klotzen und dass das Konzert sicherlich eines der besonderen Art war. Die Pyrotechnik ist einfach der Hammer und FLOOR JANSEN als Sängerin zieht die Blicke mit Stimme und Erscheinung auf sich. Hier bekommt man wirklich einiges geboten und ist sicherlich immer ein Konzert-Highlight. Einziger Kritikpunkt ist, dass es keine Zugabe gab, sondern es wurde einfach durchgespielt. Das hat viele verwundert und es hat einige Zeit gedauert, bis die Leute begriffen haben, dass das Konzert nun vorbei ist. Ansonsten aber ein sehr schönes Konzert, einer Band, die man wirklich immer wieder sich ansehen kann.

Shudder Before the Beautiful

Yours Is an Empty Hope

Ever Dream

She Is My Sin

My Walden

The Islander

Élan

Weak Fantasy

7 Days to the Wolves

Alpenglow

Storytime

Nemo

Stargazers

Sleeping Sun

Ghost Love Score

Last Ride of the Day

The Greatest Show on Earth

 



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