Konzert:

FUNERAL FOR A FRIEND, ZOAX, SHAI HULUD - Köln, Luxor

Konzert vom 02.04.2016

Letztes Jahr haben FUNERAL FOR A FRIEND bekannt gegeben, dass sie sich  nach einer letzten, einzigartigen Tour auflösen werden. In ausgewählten Städten spielen sie jeweils zwei Konzerte: eins wo sie das komplette „Hours“-Album spielen und eins zum „Casually Dressed & Deep In Conversation „- Album. Nun war es so weit: bei den letzten beiden Deutschlandkonzerten war ich an den Samstag in Köln dabei, als sie ihre Show zum Album „Hours“ ablieferten.

Da das Luxor in einer sehr bewohnten Gegend in Köln  ist, und auch für Konzerthallen die Regel gilt, dass ab 22 Uhr die Musik auf Zimmerlautstärke sein muss, fing das Konzert dementsprechend früh an. Einlass war gegen 18:30 Uhr und kurz danach fing die erste Band auch schon an zu spielen. Von ZOAX haben ich nur die Hälfte mitbekommen, weil die Schlange draußen doch sehr lang und das Konzert auch ausverkauft war und dann dauert es leider etwas, bis man wirklich auch drinnen ist. Nichtsdestotrotz hab ich trotzdem mitbekommen, wieviel Energie diese Band hat und auch ans Publikum weiter gibt. Sänger Adam hat eine sehr sympathische Ausstrahlung und man merkt, dass er Spaß auf der Bühne hat. Diese Ausstrahlung hat sich auch auf das Publikum übertragen. Man hätte nicht meinen können, dass es sich „nur“ um eine Vorband gehandelt hat, denn von der Stimmung her, hätte es auch gut schon der Hauptact gewesen sein können. Die Leute hatten Spaß und sichtlich auch gefallen an der Musik. ZOAX spielen so Rock, Post-Hardcore (laut Wikipedia), aber so hart ist es nicht, dass es für Leute, die es eher etwas sanfter mögen, nicht hörbar wäre. Ein bisschen an Metalcore erinnert es mich auch. Für Leute, die diese Art von Musik mögen, ist es sicherlich kein Fehler mal in deren Musik reinzuhören. Nach gut einer halben Stunde mussten ZOAX die Bühne räumen und der Umbau für SHAI HULUD hat bekommen.

SHAI HULUD machen so richtig Hardcore. Am Publikum konnte man auch sehen, dass die Leute nicht so sehr begeistert waren, wie bei ZOAX. Trotzdem war es eine sehr energiegeladene Show. Sänger Matt ist immer wieder ins Publikum gesprungen und hatte sichtlich Spaß bei dem was er tat. Nun muss man natürlich sagen, dass zwischen SHAI HULUD und FUNERAL FOR A FRIEND musikalisch schon große Unterschiede vorhanden sind und wahrscheinlich das der Grund war, warum der Funke zwischen der Band und dem Publikum nicht rüber gesprungen ist. Matt hat zwar immer wieder versucht die Leute zum Mitmachen zu animieren, indem er das auf das Absperrgeländer gegangen ist, aber im Vergleich zu ZOAX war die Begeisterung im Publikum eher verhalten. Auch SHAI HULUD durften gut eine halbe Stunde spielen.

Ein weiterer Umbau folgte und es wurde richtig voll im Luxor. Gut 500 Leute passen rein und die wollten jetzt alle von hinten nach vorne. Großes Lob an die Halle: die Lüftung hat dafür gesorgt, dass man keinerlei Kreislaufprobleme bekommen hat. Als FUNERAL FOR A FRIEND die Bühne betreten haben, war der Beifall laut. Vom ersten Ton an gehörte das Publikum der Band. Von Beginn an haben sich immer wieder Circlepits gebildet, es wurde gesprungen und lauthals mitgesunden. Ja, man hat den anwesenden Menschen angemerkt, dass sie mit ihrer Lieblingsband noch mal richtig feiern möchten und ihnen damit ein kleines Abschiedsgeschenk mit auf dem Weg geben konnten.

Zwischen den Liedern hat Sänger Matthew Davies meistens kleine Inhaltsangaben zu den Liedern gemacht und man sieht sehr deutlich, dass die Themen, die FUNERAL FOR A FRIEND ansprechen, immer noch topaktuell sind und leider immer noch Themen sind, die man ansprechen muss, damit sich etwas ändert. Häufig fiel am Abend das Thema Rassismus und Homophobie. Beides zwei Themen, die in zivilisierten, aufgeklärten Ländern, wie es auch Deutschland ist, nicht vorhanden sein sollten und doch tritt beides, mal mehr mal weniger, auch hier auf. Zu den Inhaltsangaben wurden auch immer wieder kleine Scherze gemacht, was die Stimmung noch mehr aufgebessert hat und sehr gut beim Publikum ankamen.

Beim Lied „Juneau“ wurde Sänger Adam von ZOAX mit auf die Bühne geholt und dann ging es so richtig ab. Adam, der die Nähe zum Publikum auch nicht scheut, hat sich irgendwann dann einfach in die Menge geworfen und wurde durch den Saal getragen. Nach so einer großartigen Stimmung folgte dann noch ein Lied der gut 90 minütigen Show und dann war das Konzert zu Ende.

Gespielt wurde neben des kompletten „Hours“-Albums noch diverse Lieder von anderen Alben. So wie dem Lied „I Am The Arsonist“, was sie noch nie außer auf der Tour jetzt in Deutschland gespielt haben. Loben muss man hier an diese Stelle auch mal den fantastischen Sound im Luxur. Kleine Clubs haben oft nicht den besten Ruf was den Klang bei Konzerten angeht, aber hier war es einfach perfekt. Hat natürlich teilweise trotzdem nichts gebracht, denn die Menge hat so laut gesungen, dass man, bis auf das Schlagzeug, nichts mehr von der Band gehört hat. Aber sowas spricht ja nur für eine Bombenstimmung beim Konzert.

 

Es war ein toller Konzertabend, auch wenn mir nicht alle Bands so gut gefallen haben. Hauptaugenmerk war natürlich FUNERAL FOR A FRIEND und bei deren Auftritt gibt es nichts zu bemängeln, außer vielleicht, dass es ein bisschen länger hätte sein können. Natürlich ist es schade, dass sich so eine tolle Band auflöst, aber Musik ist für die Ewigkeit und man weiß ja nie: vielleicht gibt es doch irgendwann eine Wiedervereinigung. Man sollte ja niemals nie sagen.

 

 

All the Rage

Streetcar

Roses for the Dead

Hospitality

Drive

Monsters

History

Recovery

The End of Nothing

Alvarez

Sonny

I Am the Arsonist

Sixteen

Conduit

Into Oblivion (Reunion)

1%

Juneau

Escape Artists Never Die



Mehr Infos:Funeral For A Friend
Shai Hulud
Zoax