Interview:

2021-02-16 Interview mit MENTALIST zum Debut Album "Freedom Of Speech"

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Mit der Veröffentlichung "Freedom Of Speech" ist es der deutschen Melodic-Metal Band MENTALIST gelungen, den Spirit von Bands wie IRON MAIDEN, BLIND GUARDIAN oder HELLOWEEN einzufangen und ein hochgelobtes Debutalbum einzuspielen. Auch die prominente Bandbesetzung machte es für MetalInside unmöglich, nicht ein paar Fragen an den Gitarrist Peter Moog zu richten.Interview

Euer Debut „Freedom Of Speech“ wurde Ende August veröffentlicht. Wie würdest Du nach über einem halben Jahr Euren Einstand bewerten wollen?

Hallo Karsten, vielen Dank für das Interview. Bei Debüt-Alben sollte man keine hohen Erwartungen haben. Wir haben bei Null angefangen und sind deshalb sehr zufrieden. Es gab mehrere hunderttausend Streams und auf unseren Social-Media-Kanälen folgen inzwischen mehrere tausend treue Fans.

Natürlich ist es bei einem Newcomer wie MENTALIST auffällig, wenn der Posten des Drummers von keinem geringeren als Thomen Stauch (ex BLIND GUARDIAN) besetzt wird. Wie kam es zu dieser prominenten Zusammenarbeit?

Ich habe Thomen vor fünf Jahren kennengelernt. Ich wollte die für mich beste Geburtstags-Party aller Zeiten feiern und habe alle Musiker in meinem Freundeskreis gefragt, ob sie mit mir gemeinsam meine Lieblings Power Metal-Songs live spielen wollen. Über meinen Freund Alex Landenburg (Kamelot) kam der Kontakt zu Thomen zustande, den ich ebenfalls zu dieser Geburstags-Party einlud. Alex spielte einen Kamelot Song, Thomen gleich zwei Blind Guardian-Songs. Es war eine legendäre Geburtstagsfeier. Mit dem sehr lieben Thomen hat sich seitdem eine enge Freundschaft entwickelt. Deshalb schickte ich ihm ein Jahr später ein paar Songs, die ich im Laufe meines Lebens komponiert habe. Diese haben ihm direkt gefallen und so stieß er zu mir und meinem Freund, dem sehr guten Gitarristen Kai Stringer, zu Mentalist.

Werdet Ihr oft als Band des ex-Guardian Drummers abgestempelt und wenn ja – wie hoch ist da der Nervfaktor?

Die Reaktionen, die mit Thomen als ehemaliger Blind Guardian Schlagzeuger auf uns zukommen, sind ausschließlich positiv. Er hat viele Fans und Kontakte aus der vormaligen Zeit. Unsere Musikrichtung ist aus meiner Sicht stärker von Iron Maiden als von Blind Guardian inspiriert, auch wenn wir durch Thomens prägnantes Schlagzeugspiel echte Blind Guardian-Gene in unserer Band-DNA haben.

Euer Sänger Rob Lundgren wird von eurer Plattenfirma als Youtube-Star vermarktet. Mit knapp 200.000 Abonnenten ist er ganz gut im Rennen, aber ein Großverdiener auch nicht. Wie kam es hier zu der Zusammenarbeit und wie funktioniert diese, da Rob ja nicht in Deutschland weilt?

 „YouTube-Star“ ist eher so zu verstehen, dass Rob vielen Metallern in Zusammenhang mit dem Namen der Plattform YouTube ein Begriff ist. Auch wir haben ihn und seine Stimme über YouTube kennen und lieben gelernt. Wie in der heutigen Zeit üblich erfolgt ein Großteil der Zusammenarbeit digital. Es vergeht kein Tag, an dem nicht 100 Nachrichten die Mentalist-WhatsApp Gruppe fluten. Für wichtige Themen oder Proben treffen wir uns persönlich. In der Regel fliegt er dann nach Deutschland. Es ist sehr lustig wenn er versucht deutsch zu sprechen.

Sieht Rob in der Zusammenarbeit mit MENTALIST eher die Projektarbeit, oder ist er vollwertiges Bandmitglied? In seiner Vita kann man sehen, dass er oft auch für Bands projektbezogen einspringt?

Rob ist ein vollwertiges Mentalist-Mitglied und liebt die Band. Er bringt viel Zeit und Leidenschaft in die Band ein. Er ist ein sehr herzlicher, talentierter und humorvoller Mensch, der neben dem Gesang übrigens auch gut Gitarre und Schlagzeug spielt. Er hat eine brilliante Stimme und wir freuen uns, dass wir ihm mit Mentalist das Zuhause bieten, bei dem er sich entfalten und verwirklich kann. Das zweite Album ist bereits fertig komponiert und wird gerade aufgenommen. Es erscheint im Sommer.

Ihr seid mit „Freedom Of Speech“ bei Pride&Joy gelandet. Einem eher kleinen Label mit keinen riesengroßen Bands. Mir kommt der Verdacht, dass dies exakt so gewollt war, da man annehmen kann, dass der Name Thomen Stauch auch bei größeren Labels eine gewisse Zugkraft hat. Aber ihr habt euch für die kleinere Variante entschieden. Bitte liefere hier mal die Hintergründe.

Wir haben das Debüt-Album ohne Label selbständig veröffentlich. Wegen der großartigen Persönlickeit von Birgitt Schwanke haben wir Pride&Joy als „Promo Agentur“ gebucht. Wir glauben, dass wir auf dem Debüt mit guter Arbeit und ehrlicher Musik auch so unsere Fans. Wir sind in ständigem Austausch mit den Labels. Es kann sein, dass wir uns für das zweite oder dritte Album die Unterstützung eines Labels holen.

Bei dem Coverartwork von Andreas Marschall habt ihr nichts dem Zufall überlassen. Liege ich richtig, wenn ich annehme, dass hier Thomen seine Beziehungen hat spielen lassen?

Richtig. Der Kontakt kam über Thomen zustande. Wir in der Band sind alle sehr große Fans von den Werken von Andreas. Es ist fantastisch, wie er das Cover-Artwork von „Freedom Of Speech“, nach einer schlichten Bleistift-Vorlage von uns, so großartig umgesetzt hat. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Andreas und besprechen gerade mit ihm das Cover-Artwork des zweiten Albums.

Bei einem sehr großen Power-Metal Channel auf Facebook ist „Freedom Of Speech“ zum Album des Jahres gewählt worden. Was bedeuten euch solche Auszeichnungen?

Es ist eine große Ehre, dass unser Debüt-Album gleich als Album des Jahres auf diesem Channel gewählt wurde und wir haben uns sehr drüber gefreut. Als Band folgt man einer Vision und die Songs fließen aus einem raus. Man geht davon aus, dass die eigene Musik auch Anderen gefallen könnte. Es ist jedoch nicht sicher, dass sie auch anderen Menschen gefällt, egal wie viel Leidenschaft und Liebe man in die Songs steckt. Deshalb war die Abstimmung ein großes Lob und Bestätigung. Aber es ist erst das Debüt. Wir versuchen auch ein sehr gutes zweites Album zu erstellen. Das neue Album wird etwas schneller als das erste sein. Wir haben unseren Stil etwas weiterentwickelt. Ich bin gespannt, wie es unseren Fans gefällt.

Ihr konntet covidtechnisch das Album noch nicht live promoten. Wie ist euer geplantes Vorgehen? Werdet ihr die Eindämmung des Virus abwarten und dann euer Debut promoten oder werdet ihr eine neue Scheibe einspielen, um dann quasi ein Doppelbühnendebut geben?

Wir wollten eigentlich im letzten Herbst schon eine Tour spielen, die jetzt ca. ein Jahr verschoben werden muss. Bis dahin ist das zweite Album schon verfügbar, weshalb das Live-Debüt ein Doppel-Debüt der ersten beiden Alben ist. Ist auch interessant. Dann können wir schon aus einer größeren Anzahl Songs auswählen.

Wenn die Konzertsäle wieder geöffnet haben - Werdet Ihr Einzelgigs spielen, oder kommt für euch nur eine Tour in Frage? Wahrscheinlich ist wegen der räumlichen Distanz für Rob letzteres wohl das Beste, aber ich kann mich ja auch täuschen?

Wie Du schon richtig sagst, macht eine Tour wegen der räumlichen Entfernung für Mentalist mehr Sinn. Einzelgigs wird es wohl nur in Ausnahmefällen geben.

Mit welchen Bands würdet Ihr in Zukunft gerne die Konzertbühnen teilen? Gibt es hier Wunschkandidaten?

Da einer unsere besten Freunde, Alex Landenburg, bei Kamelot spielt, wäre es eine wunderbare Erfahrung gemeinsam mit Kamelot zu touren. Für mich persönlich wäre es ein Traum eine der Bands, die mich beeinflusst haben (Iron Maiden, Helloween, Blind Guardian) zu supporten.

Eine kritische Frage muss erlaubt sein. Im Info wird beschrieben, dass euer Maskottchen bei Liveauftritten kleine Showeinlagen bekommen soll. Macht das bei einer kleineren Band Sinn? Bei Iron Maiden verstehe ich das ja und die Fans erwarten es auch, aber bei einer Band wie Mentalist ist die Gefahr ziemlich groß, dass es ins Lächerliche abdriftet. Wie seht ihr das?

Mit kritischen Fragen kann man sich am besten weiterentwickeln, deshalb immer nur zu. Du damit vollkommen Recht. Unser Mentalist braucht für seine „Showeinlagen“ eine große Bühne, gerade wenn das Augenmerk im Rahmen eines Konzerts auf Visualisierung gelegt wird. Bei den kleineren Konzerten, wie wir sie als Support spielen, werden es ein paar wenige Effekte sein, z.B. mit Feuer oder Nebel, die die Show unterstreichen, aber nicht ins Lächerliche abdriften.

Vielen Dank für das Interview. Peter, wir wünschen Dir und Mentalist viel Erfolg mit dem kommenden Album. Wir sind in jedem Fall gespannt!

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal herzlich für das Interview bedanken lieber Karsten. Wir wünschen Metalinside weiter viel Erfolg. Ebenso möchte ich unseren Fans und Unterstützern ein großes Dankeschön sagen. Ohne Euch wäre der bisherige Weg von Mentalist nicht möglich gewesen.



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