Review:

Beyond The Fight

(Vescera)

Wenn der Name Vescera irgendwo aufleuchtet, bekomme ich in der Regel gleich ganz spitze Ohren, hat der Mann doch eine exzellente Stimme, die in den letzten 30 Jahren keinen Deut gelitten hat. Im Gegenteil, Vescera klingt heute sogar noch stärker denn je. Egal ob der Mann seine Stimmbänder für OBSESSION, YNGWIE MALMSTEEN, LOUDNESS, MVP oder THE REIGN OF TERROR vibrieren lies. Qualität war immer gegeben. Ich mochte ja sogar seine Ausflüge in die japanische Anime-Kultur mit ANIMETAL USA und ich werde mir wohl auch noch sein Disney auf Metal Cover-Album zulegen.

Damit dürfte mein Standpunkt bezüglich des wohlklingenden Mittfünfzigers klar sein.

Und auch das neue Werk unter dem simplen Namen VESCERA weiß mich mit melodischem, teils fast Speed Metal-artigem Sound zuerst zu begeistern. Auch wenn vieles seltsam vertraut anmutet. Das Info klärt mich dann auch auf, dass sich Mikes Backing-Band aus ehemaligen Musikern der italienischen Band NITEHAWKS zusammensetzt, und ab hier schwant mir dann auch was mir so vertraut anmutet. Flugs das 2015 auf Skol Records erschienene Album der Italiener aus dem Regal gefischt und zum Cross-Check angesetzt. Und tatsächlich: Von den 9 NITEHAWKS Songs haben es ganze 7 auf das VESCERA Album geschafft („Rocketman“ hat mit „Troubled Man“ zumindest nen neuen Titel spendiert bekommen). Auch wenn das NITEHAWKS Debut wohl an 99% der potentiellen Hörerschaft vorbeigezogen ist und die Songs durch den fetteren Sound und den besseren Gesang ein hörbares Up-Grade erfahren haben, fühle ich mich dezent verarscht.

Dass einem das als neue VESCERA Soloscheibe verkauft wird, hat einen faden Beigeschmack. Denn im Endeffekt wurde eine ältere Platte einer anderen Band einfach noch mal schnell eingespielt.

Ohne das Wissen um das NITEHAWKS Debut bleibt natürlich eine fette Heavy Metal Scheiblette, die mit „Blackout In Paradise“, Beyond The Fight“ (ein wirklich neuer Song) geile Speedgeschosse am Start hat und zusätzlich auch mit den Stampfern „Dynamite“ und mit dem treibenden „Suite 95“ punkten kann. Wenn da nicht, ja wenn da nicht…

Beyond The Fight


Cover - Beyond The Fight Band:

Vescera


Genre: Heavy Metal
Tracks: 9
Länge: 37:57 (CD)
Label: Pure Steel Records
Vertrieb: Soul Food
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