Review:

Voices Of Fire

(Van Canto)

TIPP

Die 2006 gegründete Band VAN CANTO gehört mittlerweile zum „alten Hasen“ der Metalszene und ist längst kein kleiner, regionaler Geheimtipp mehr, der in kleinen Clubs spielt. Über die Jahre hinweg konnten sie eine treue Fangemeinde auf der ganzen Welt aufbauen und füllen immer größere Hallen. Neben eigenen Liedern fand man auf den Alben und auf den Konzerten immer wieder in VAN CANTO-Art umgestaltete Coversongs, die zu großer Begeisterung führten.

Zwei Jahre nach  „Dawn Of The Brave“  legen VAN CANTO nun mit einen etwas anderen und einzigartigen Werk nach: „Voices Of Fire“ ist ein reines Konzeptalbum und liefert quasi den Soundtrack zu Bestseller-Autor Christoph Herdebuchs (Sturmwelten, Die Trolle) neuen Fantasy-Roman „Feuerstimmen“.

„Voices Of Fire“ beginnt mit einen Prolog, der das Album so zu sagen einleitet und endet mit einen Epilog. Zwischen den Songs gibt immer Passagen, wo gesprochen wird. Gesprochen werden diese Passagen von keinen geringeren als John Rhys-Davies, der, unter anderen, in der „Herr Der Ringe“-Trilogie mitgespielt hat.

Unterstütz wird VAN CANTO vom „London Metro Voices Chor“, der bei Filmen wie „Herr Der Ringe“, „Sky Fall“, „Der 13. Krieger“ und „Shrek 1+2“ mitgewirkt hat. Außerdem wurde der Dortmunder Kinderchor der „Chorakademie Dortmund“ für Teile des Albums hinzugezogen.

Man kann sich also schon denken, dass dieses Projekt einige Zeit in Anspruch genommen hat und VAN CANTO selbst schrieben auf ihrer Homepage, dass in diesem Album gut sechs Jahre Arbeit steckt. Eine ziemlich lange Zeit, wenn man bedenkt, dass wir in einer sehr schnelllebigen Zeit sind und Trends sich von heute auf morgen ändern können. Bands kommen und gehen. Vor sechs Jahren konnte VAN CANTO selbst auch nicht wissen, dass ihr Erfolg steil nach oben geht und nicht nach unten. Umso bemerkenswerter, dass sie trotzdem an den Dingen festhalten, die ihnen wichtig sind und dafür weiter hart und mit so viel Hingabe arbeiten.

Inhaltlich wurde eine eigene Fantasywelt geschaffen, wo Königreiche sich bekämpfen, wo es feurige Drachen gibt und große Schlachten stattfinden. Ja, ich sehe hier „Game Of Thrones“ grade vor Augen und wenn man sich das Album anhört, so kann man sich durchaus auch vorstellen, dass die CD mit der Serie zu tun hat.

Ja, scheint ja alles bombastisch zu sein, aber wie klingt „Voices Of Fire“ nun? Man muss ganz klar sagen, dass es sicherlich kein Album ist, wo man 14 Gute-Laune-Lieder findet. Dafür passt die Thematik wohl auch nicht. Es ist schon eher düster gehalten, aber ohne dass es depressive Stimmung verbreitet. Die Chöre, mit denen zusammen gearbeitet wurde, unterstützen und verstärken den Gesang leicht, aber nicht so, dass der Chor in den Vordergrund tritt. Hier wurde eine gute Mischung zwischen: „der Chor soll es bombastisch machen“ und „der Chor soll unterstützend  wirken“. Natürlich klingen die Lieder bombastisch und natürlich würde es ohne Chor anders klingen, aber auch ohne Chor wären die Songs allesamt stark geworden. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Manche Bands überlagern ihre Lieder so mit Chören oder Orchestern, dass man den eigentlichen Gesang und den eigentlichen Instrumenten kaum noch raushören kann. Das ist hier nicht der Fall. Die Stimmen von VAN CANTO stehen im Vordergrund so sollte es bei einer, mehr oder weniger, A-Cappella-Band auch sein.

Auch wenn es ein Konzeptalbum ist, wo es gewollt ist, dass zwischen den Stücken gesprochen wird, hätte man es vielleicht etwas anders umsetzen sollen. John Rhys-Davies‘ Stimme passt zwar hervorragend zum Konzept und ist sehr angenehm zu hören, aber seine Stimme erscheint in den Songs selbst und nicht als extra „Stück“ auf der CD. Auch wenn es sich als Ganzes toll anhört, so möchten wohl die Wenigsten immer das Gesprochene hören, wenn er sich die CD anhört. Das ist für mich ein großer Kritikpunkt, da es einfach störend ist, wenn man, wie ich, überwiegend Musik beim Sport hört oder wenn man unterwegs ist. Wären die Sprachpassagen als eigener Titel auf der CD enthalten, könnte man selbst entscheiden, ob man es sich, je nach Situation, anhört oder nicht. So ist man aber gezwungen es sich anzuhören, wenn man nicht ständig an das jeweilige Abspielgerät rumfummeln möchte. Ich denke, es ist auch immer was anderes, ob man sieht, wenn etwas gesprochen wird, oder ob man es einfach nur hört. Eine visuelle Umsetzung des Albums wäre also eine gute Ergänzung, aber vom Aufwand her wohl nicht zu bewältigen gewesen. Aber vielleicht gibt es von der Tour ja mal eine live DVD. Damit würden sie wohl auch viele Fans glücklich machen!

Ansonsten gibt es bei dem Album aber nichts zu kritisieren. Die Songs sind durchweg alle großartig geworden und das Album als Gesamtwerk ist wirklich ganz großes Kino. Daumen hoch für dieses Album!

 

Voices Of Fire


Cover -  Voices Of Fire Band:

Van Canto


Genre: Metal
Tracks: 14
Länge: 55:25 (CD)
Label: EarMusic
Vertrieb: Edel Records
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