Review:

Brotherhood Of The Snake

(Testament)

TIPP

Nachdem die letzten beiden TESTAMENT-Alben zwar überall recht gute Kritiken einheimsen konnten, wurden aber auch Stimmen laut, die TESTAMENT vorwarfen zu sehr die Mid-Tempo Schiene zu fahren und zu wenig echtes Thrashfutter zu kredenzen. Diesen Stimmen stopfen TESTAMENT mit „Brotherhood Of The Snake“ gehörig die Kauleiste. Schon der Openingblast bei „Brotherhood Of The Snake“ lässt erahnen, dass es hier keinen gemütlichen Altherrentanztee geben wird. TESTAMENT schaffen das Kunststück, auf der einen Seite an Härte und Geschwindigkeit ordentlich zuzulegen und auf der anderen Seite einiges melodischer zu werden als auf den letzten Alben. In vielen Momenten erinnert „Brotherhood Of The Snake“ an den ‘99er Geniestreich „The Gathering“ und zwar von der musikalischen Ausrichtung bis hin zur graphischen Gestaltung. Was an „Brotherhood Of The Snake“ richtig Spaß macht, sind die fabulösen Soli eines Alex Skolnick, für den Virtuosität und Songdienlichkeit keine Widersprüche sind. Neben den technischen Fähigkeiten eines Alex Skolnick müssen aber auch die Songwriting-Skills eines Eric Peterson gewürdigt werden. Dieses Zusammenspiel ist es, was hier so unglaublich killt. Chuck Billy setzt seine Death Metal Stimme glücklicherweise nur sehr homöopathisch ein und verlässt sich in der Regel auf sein beeindruckendes Thrash Organ, dem auch melodische Schlenker nicht fremd sind. Eine Verschnaufpause im Stile eines „Return To Serenity“ sucht man zwar vergeblich, vermisst es aber auch nicht, da „Brotherhood Of The Snake“ trotz aller Homogenität sehr abwechslungsreich daherkommt. Das ist traditioneller Thrash auf der Höhe der Zeit, mit einem ähnlichen Verständnis für den richtigen Mix aus melodischer Eingängigkeit und „auf die Fresse“ wie ihn neuere KREATOR haben. Dass TESTAMENT aus fünf absoluten Ausnahmemusikern bestehen, hört man zu jeder Sekunde. Hier werden Heerscharen pubertierender Nachwuchsthrasher schlicht pulverisiert. Egal ob das mit diversen Tempowechseln versehene „The Pale King“ oder das fiese „Born In A Rut“ oder die kompromisslosen Thrasher „Stronghold“, „Centuries Of Suffering“ und „Canna Business“, TESTAMENT hängen die Messlatte für zeitgenössischen Thrash extrem hoch und sollten Jung und Alt gleichermaßen begeistern können.

Ich mochte TESTAMENT schon immer, aber dass sie mal so eben die für mich beste Thrash Scheiblette des Jahres raushauen, überrascht mich dann schon ein wenig. Aber umso schöner! Hoffentlich bleiben uns Chuck Billy und seine Jungs noch lange erhalten.

 

 

 

 

Brotherhood Of The Snake


Cover - Brotherhood Of The Snake Band:

Testament


Genre: Thrash Metal
Tracks: 10
Länge: 45:40 (CD)
Label: Nuclear Blast
Vertrieb: Warner
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