Review:

Original Vinyl Classic: The Rivalry + Victory

(Running Wild)

Der Hype um das Vinyl in der Szene darf man durchaus als beendet ansehen – allerdings stabilisiert sich der Markt wohl auf einem ansprechenden Niveau. Das dabei ein Großteil der Veröffentlichungen teure, wertige Editions sind dürfte bekannt sein. Ob es auch Nachfrage nach „einfachen“, zum Teil vergriffenen oder noch nie als Vinyl veröffentlichten Re-Releases in Vinyl gibt – nur dem „warmen“ Klanges wegen – das versucht Sony mit seiner neu aufgelegten Serie „Original Vinyl Classic“ zu ergründen. Dabei gibt es immer 2-LPs in einem einfachen Gatefold – die Innenseiten mit dem Originalcover versehen; ohne Booklet oder Inlay, Texte oder Linernotes, das Inner Sleeve ungefüttert. Dafür aber wohl preislich im Rahmen.
Tja – wenn das alles wäre. Aber um das Album „The Rivalry“ auf Vinyl zu kriegen, wurden einfach mal drei Songs unterschlagen („The Poison“, „Adventure Galley“ und „Man On The Moon“) – das geht gar nicht – und ist an sich nicht mal durch den Preis zu rechtfertigen. Hier waren augenscheinlich echte Amateure am Werk, die weder mit der Musik von RUNNING WILD noch mit der Heavy-Szene etwas anzufangen wissen. Davon abgesehen ist „The Rivalry“ eine tolle Scheibe die RUNNING WILD auf einem musikalischen (lassen wir mal „Black Hand Inn“ und „Death Or Glory“ außen vor) und kommerziellen Höhepunkt zeigt. RUNNING WILD perfektionierten hier ihren treibenden Stil, und blieben sich treu obwohl sie im Unterschied zu den Vorgängerwerken bei manchen Tracks vom Gaspedal gingen – und gerade solche Songs wie „Return Of The Dragon” oder „Ballad Of William Kidd” avancierten zu Klassikern der Band. So gilt „The Rivalry“ als ein Höhepunkt des Schaffens von Rocking Rolf – aber auch als das letzte „richtig gute“ Album von RUNNING WILD.
Der Nachfolger „Victory“ hatte schon mit weniger zündenden Ideen und einer Drum-Computer-Diskussion zu kämpfen (ich sage nur Angelo Sasso). Und auch wenn „Victory“ keine Totalausfälle enthält; im Kreise der Vorgängerwerke lassen die 12 Kompositionen das Feuer vermissen, das zum wiederholten Auflegen der Scheibe animiert. Das Beatles-Cover „Revolution" ist da noch eine der positiven Überraschungen; ansonsten kriegt man gewohnt nach vorne gehende, harte Kost – der leider das gewisse Etwas fehlt. Ausnahmen der Opener „Fall Of Dorkas“ und der abschließende Titeltrack „Victory“. Und auch vom Sound her war dieses Werk nicht auf der Höhe der Zeit und nahm den Songs noch mehr an Power. So ist „Original Vinyl Classic: The Rivalry + Victory“ kein Must-have.

Rivalry

1. March Of The Final Battle

2. The Rivalry

3. Kiss Of Death

4. Firebreather

5. Return Of The Dragon

6. Resurrection

7. Ballad Of William Kidd

8. Agents Of Black

9. Fire & Thunder

10. War & Peace

 

Victory

1. Fall of Dorkas

2. When Time Runs Out

3. Timeriders

4. Into The Fire

5. Revolution

6. The Final Waltz

7. Tsar

8. The Hussar

9. The Guardian

10. Return Of The Gods

11. Silent Killer

12. Victory

Original Vinyl Classic: The Rivalry + Victory


Cover - Original Vinyl Classic: The Rivalry + Victory Band:

Running Wild


Genre: Power Metal
Tracks: 10 + 12
Länge: 0:0 (2-LP)
Label: Sony Music
Vertrieb: Sony Music