Review:

Medusa

(Paradise Lost)

Wenn man eine mittlerweile fast dreißigjährige Bandgeschichte auf dem Buckel hat, kann man es sich schon mal leisten, zurückzuschauen – "Back to the roots!" lautet das Motto für die jüngste Veröffentlichung von PARADISE LOST. Denn auf „Medusa" kommt die Band so dunkel und heavy daher wie schon lange nicht mehr: dominierten in den letzten Jahren rockig-eingängige Klänge, bei denen Klargesang vorherrschte, so wird auf dem neuen Album die Doom-Keule geschwungen. Der Sound liegt irgendwo zwischen Doom und Death Metal, der Gesang kommt größtenteils in Form von Growls daher. Dass die vorherrschende Stimmung ausgesprochen düster ist, versteht sich von selbst, aber verglichen mit dem Durchschnittsklang des Materials der letzten Alben tun sich hier noch einmal völlig neue Dimensionen der Tristesse auf. Da mutet es recht passend an, dass die Band den Albumtitel „Medusa" angeblich wegen der dieser nachgesagten Verbindung zum Nihilismus gewählt hat. Der Opener „Fearless Sky" beginnt mit nach Begräbnis klingenden Orgentönen bevor sich ein Brett von einem Song daherschleppt, auf „The Longest Winter" krächzen die Raben und Windgeräusche verstärken die desolate Atmosphäre noch – der Song ist einer der wenigen, bei dem keine Growls vorherrschen. Der Titeltrack kommt etwas weniger bleibehangen daher, „Blood And Chaos" präsentiert sich flotter und rockiger. Fazit: unerwartet harte Kost, aber wer die frühen PARADISE LOST mochte, der wird „Medusa" lieben.

Medusa


Cover - Medusa Band:

Paradise Lost


Genre: Doom Metal
Tracks: 8
Länge: 42:40 (CD)
Label: Nuclear Blast
Vertrieb: Warner
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