Review:

Reverently Heading Into Nowhere

(Humulus)

HUMULUS mögen offenbar große, schwere Tiere. Das Debütalbum der Norditaliener zierte ein Elefant, auf der folgenden EP war ein Walross auf dem Cover zu sehen, und auf „Reverently Heading Into Nowhere“ wurde ein Nashorn verewigt. Das passt auch, zumindest größtenteils, wunderbar zur Musik des Stoner-Psych-Rock-Trios. HUMULUS lassen es gerne ruhig angehen, was aber keinesfalls bedeutet, dass das auf Kosten der Heaviness gehen würde. Ganz im Gegenteil, die tief gestimmten, doomigen Riffs braten mit jeder Menge Druck aus den Boxen. Bands wie KYUSS standen hier ganz klar Pate, und natürlich auch BLACK SABBATH.

Dann gibt es aber auch noch die andere Seite ihrer Musik, und die zeigt sich immer wieder in unerwartet melodischen, atmosphärischen und oft auch längeren instrumentalen Passagen. Sänger und Gitarrist Andrea van Cleef steuert dazu abwechselnd intensiv-rauen und entspannt-klaren Gesang in tiefer Stimmlage bei. Songlängen interessieren die Band dabei offenbar nicht besonders. So bewegen sich die Spielzeiten der sechs Stücke zwischen knapp fünf und etwas über elf Minuten. Und so entsteht bei jedem Song immer wieder ein dunkler, zähflüssiger Strom, der erst endet, wenn alles gesagt ist, egal, wie lange das dauert.

Mit „Reverently Heading Into Nowhere“ haben HUMULUS ein vielseitiges Album vorgelegt, das gleichzeitig wie aus einem Guss klingt, das außerdem so energiegeladen wie tiefenentspannt wirkt und nicht nur Anhängern der bereits genannten Bands, sondern z. B. auch Fans von MOTORPSYCHO oder ELDER gefallen dürfte. 

 

Reverently Heading Into Nowhere


Cover - Reverently Heading Into Nowhere Band:

Humulus


Genre: Rock
Tracks: 6
Länge: 43:43 (CD)
Label: Taxi Driver
Vertrieb: Cargo
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