Review:

Day Of Reckoning

(Destruction)

DESTRUCTION sind DESTRUCTION sind DESTRUCTION - damit könnte man dieses Review fast beenden, aber eben nur fast. Allein schon in personellen Dingen hat sich bei dem Trio etwas getan, denn Drummer Marc wurde im letzten Jahr durch Ex-UNSUN-Mitglied Vaaver ersetzt, und der gebürtige Pole (ob Nord- oder Südpole weiß man nicht genau...) macht seine Sache mehr als ordentlich. Wer es nicht weiß, wird am Sound von "Day Of Reckoning" höchstens den sehr artifiziellen Drumsound ausmachen, der auch den Hauptkritikpunkt des Albums ausmacht. Die vielerorts angesprochene, von den meisten Old-Schoolern verschmähte und mittlerweile übertriebene Klangperfektion macht sich also auch allerspätestens jetzt im Hause DESTRUCTION breit, was man besonders als Fan der Frühwerke erstmal verdauen muss. Deutlich maschineller als ebenfalls schon satt produzierte Alben der Marke "All Hell Breaks loose" oder "The Antichrist" ballert "Day Of Reckoning" los, überzeugt aber in Sachen Songwriting durchaus einmal mehr. Brachial-Mitgröler wie "Hate Is My Fuel", "Armageddonizer" oder "Destroyer Or Creator" gehören eindeutig zu den gelungeneren Kompositionen der Jungs, auch wenn das Album dieses hohe Niveau nicht ganz über die gesamte Spielzeit bieten kann. Ein ultrapräzise drauflos bollerndes Abrisskommando wie EXODUS oder KREATOR sind DESTRUCTION nie gewesen und werden es auch in diesem Leben nicht mehr werden, aber genau die "Holprigkeit" und Unperfektion, die besonders die meilensteinigen ersten Alben ausgezeichnet hat, hat das Trio schon länger eingebüßt, so dass Schmier und Co. einerseits mit ihren rotzigen Songs, andererseits mit ihrem sterilen Sound endgültig zwischen den Stühlen Platz genommen haben. Am Ende bleibt ein wirklich hörenswertes Album, das sich in der Gunst der (alten) Fans bewähren muss.

Day Of Reckoning


Cover - Day Of Reckoning Band:

Destruction


Genre: Thrash Metal
Tracks: 11
Länge: 46:44 (CD)
Label: Nuclear Blast
Vertrieb: Warner