Review:

To Mega Therion (Re-Release)

(Celtic Frost)

TIPP

Im Zuge der Neuveröffentlichungen des Noise-Backkatalogs werden auch die Werke der eidgenössischen Legende CELTIC FROST aus dem Grabe gehoben, die zwar nicht gerade als absolute Raritäten durchgehen, jedoch dermaßen viel musikalischen Sprengstoff bieten, dass man sie - falls überhaupt nötig - einfach wieder ins Gedächtnis der Szene zurück katapultieren muss. Ohne das Trio um die kreativen Masterminds Tom Gabriel Warrior und Martin Eric Ain (und ihre großartige Vorgängerband HELLHAMMER!) wären Black- und Death Metal sowie alle verwandten Genres heute nicht das, was sie sind, da sind sich sämtliche Kuttenträger mit auch nur halbwegs vorhandenem Restgeschmack einig.

Nach der bereits überragenden (und für viele Fans immer noch unerreichten) Debüt-EP "Morbid Tales" hatte es das Trio ein Jahr später nicht gerade einfach, einen ebenbürtigen Nachfolger zu präsentieren, schaffte diese Hürde mit "To Mega Therion" aber bekanntermaßen problemlos. Das erste Album von CELTIC FROST gilt bis heute zu Recht unter härter orientierten Headbangern als eines der großen wegweisen Alben der 1980er Jahre und muss ebenfalls keinen Vergleich mit den Meilensteinen von etwa SLAYER, MERCYFUL FATE oder VENOM (denen man in musikalischer Hinsicht sowieso immer überlegen war!) scheuen. Gegenüber dem Vorgänger trauten sich die Jungs verstärkt, mit seinerzeit noch eher befremdlichen Stilmitteln wie weiblichem Gastgesang (Claudia-Maria Mokri ist etwa in den Übernummern "The Usurper", "Circle Of The Tyrants" und "Necromantial Screams" zu hören) oder dem Einsatz eines Waldhorns (Wolf Bender veredelt die Stücke "Innocence And Wrath", "Dawn Of Megiddo" und ebenso "Necromantial Screams") zu experimentieren, was früher teils belächelt wurde, den Ruf der Band als große Innovatoren in den letzten 30 Jahren aber mehr als festigen konnte. Erwähnte Songs wie auch "Eternal Summer", das neu aufgenommene "Circle Of The Tyrants", "(Beyond The) North Winds" oder "Fainted Eyes" sind nicht mehr und nicht weniger als Allzeit-Klassiker, die trotz - oder gerade wegen - aller "musikalischen" Elemente bis heute zum Härtesten und Kompromisslosesten gehören, das jemals ein Tonstudio verlassen hat!

Vorliegendes Digipak enthält zusätzlich die vier Stücke der 1985er EP "Emperor´s Return", die dieses Mal hier gelandet sind und nicht wie seinerzeit bei den 1999er Re-Releases von Century Media auf "Morbid Tales". Zusätzlich bekommt man mit dem hörenswerten, aber nicht essentiellen 1988er Remix von "Visual Aggression" und dem 1985er Studio Jam von "Return To Eve" (damals auch schon auf dem 1999er Re-Release) zwei weitere Bonüsse geboten, die diesen Re-Release, der leider keine Liner-Notes zu den einzelnen Songs, dafür aber wieder einen persönlichen Kommentar von Kerrang!-Journalist Xavier Russell nebst diverser Fotos und Artworks enthält, noch weiter aufwerten. Komplettisten mögen vielleicht müde lächeln, aber wer CELTIC FROST gerade erst entdeckt, findet hier eine echte Schatzkiste. UUUHHH!

To Mega Therion (Re-Release)


Cover - To Mega Therion (Re-Release) Band:

Celtic Frost


Genre: Black Metal
Tracks: 16
Länge: 65:44 (CD)
Label: Noise Records/BMG
Vertrieb: Warner
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