Unverhofft gehe ich an einem Samstag in die KOJE (Jugendzentrum Emsdetten), um ein Underground-Konzert zu besuchen. Normalerweise sind diese Abende nette gesellige Events, um ein wenig Metal zu hören und ein paar Bierchen zu zischen, aber was mir an diesen Abend von dem Headliner CRIPPER um die Lauscher ballert ist Thrash Metal vom Feinsten.
Niedersachsens Hauptstadt Hannover bringt eine Thrash Metal-Band hervor, die genauso gut aus der Bay- Area kommen könnte. Die Jungs um Frontfrau Britta Görtz, deren Stimme eine Mischung aus Sabina Classen (HOLY MOSES) und Jan-Chris "er rollt das R auch so gerne beim Singen" de Koeijer (GOREFEST) ist, spielen eine Mischung zwischen schnellen Blast Beats und aggressiven Moshparts die besser nicht von der Szene aus den 80er hätten kommen könnten.
Endlich mal wieder eine weibliche Stimme die nicht wie eine Elfe trällert, sondern einigen männlichen Kollegen zeigt wo der Hammer hängt.
Nach dem Thrashgewitter zu Beginn machen CRIPPER mal so gar keine Gefangenen, denn mit "Shortcut" und "Sun: Colour: Black" krachen zwei pure Thrashattacken aus den Boxen und drücken den Zuhörer zunächst einmal völlig unerwartet in den Sessel. Spätestens ab der Hälfte der Scheibe nehmen sie den Fuß ganz leicht vom Gaspedal und überraschen mit zunehmenden Groove- und Moshparts. Auch hier machen die Jungs und das Mädel eine recht gute Figur ("Trapped") und sorgen somit für wohltuende Abwechslung.
Ein fettes Teil, das auch noch von Andy Claasen gemastert wurde. Ein amtliches, tonnenschweres Album, das allen Freunden von den Bay-Area-Thrashbands aus den Achtzigern gefallen dürfte.
Wer also keine Probleme damit hat, über fünfzig Minuten am Stück zu bangen und ebenso den gestreckten Mittelfinger zeigt wie Frontfrau Britta, der sollte sich so schnell wie möglich "Freak Inside" von CRIPPER für schlappe acht Euro über die Bandhomepage zulegen. (mb)
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