Underdog-Review

Dream Diver - Lokt Dor
 
Stoner Rock
 
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Wenn ich den Begriff "Wüstenrock" höre, denke ich unweigerlich an eine Band wie KYUSS, die diesen Term wohl von allen Bands am deutlichsten geprägt haben. Warum die Potsdamer DREAM DIVER sich selber dieses Etikett geben, wird mir wohl vorerst ein Rätsel bleiben. "Lokt Dor", das zweite Album des Quartetts aus Ostdeutschland, hat keine Sekunde etwas mit solch zähflüssigen Klängen gemein. Vielmehr zeichnet sich das sieben Tracks umfassende Werk durch Vielfalt aus. Kann mich der Opener und Titeltrack noch nicht vom Hocker hauen (dünner Gesang, wenig aufsehenserregende Instrumentierung und keine hervorstechenden Melodien), präsentiert man sich bei den anschließenden Tracks in weitaus besserer Verfassung. Erinnert der zweite Song "In Myself" durch seine Chorusline noch an die Seattler Semi-Prog Rocker von QUEENSRYCHE, fällt es einem beim dritten Lied "Gemein" schon schwer, eine passende Kategorie zu finden. Allein durch die ungewohnte Darbietung mittels deutscher Texte, ist man versucht die Band in das Deutschrock Lager abzutun, was aber weder der Gesangsmelodie noch der Instrumentierung gerecht wird. Einen gewissen eigenen Zauber und Klang bietet sowohl dieser als auch der folgende in Deutsch dargebotene Song "Neues Gewand". Absoluter Höhepunkt stellt sicherlich aber das fünfte Lied "River" dar, welches wie eine Melange aus alten U2 und FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE daherkommt. "D.L." wiederum zeigt die Band stark von alten METALLICA beeinflusst, wobei das Strophenriff sogar etwas vom Instrumental "Orion" abgekupfert worden sein könnte. "Eternity" kann das vorher gebotene Level nicht mehr halten und fungiert daher nur als kurzer Rausschmeißer. Allen Songs gemein und definitive Stärke der Band ist - neben dem erstklassigen Drumming und leicht progressiv angehauchten Riffing - vor allem der größtenteils zweistimmige Gesang, der besonders bei ruhigeren Songs die Atmosphäre bestimmt. Auch wenn DREAM DIVER für meinen Geschmack noch nicht ganz zu ihrem Sound gefunden haben und erst am Anfang ihrer Entwicklung stehen, ist deutlich das Potential und das Gefühl für treffendes Songwriting erkennbar. Eine CD die verdammt viel Spaß macht und in ein paar Jahren sicherlich einmal Sammlerwert haben könnte. (dj)
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