Review

Filter - Title Of Record
 
Alternative
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Warner Music

51:21 min
11


 

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Was hab ich auf diese Scheibe gewartet! Über drei Jahre sind seit der ersten FILTER-Scheibe vergangen und was zwischendurch als Appetithäppchen feilgeboten wurde, nämlich die grandiosen Soundtrackbeiträge "(Can't You) Trip Like I Do" (mit Crystal Method auf dem Spawn ST) bzw. "One" (X-Files ST) ließen ja einiges erwarten. Und dann halten uns Filter immer und immer wieder hin mit dem Releasedate. Ausserdem wurde aus dem kreativen Duo Liesgang/Patrick, das einmal Filter war, ein Soloprojekt von Richard Patrick, der mittlerweile alleine Filter ist.
Aber nun zur Musik: Ich versuch jetzt mal meine inzwischen ins grenzenlose gehende Begeisterung zu bremsen und etwas halbwegs vernünftiges über diese geile Scheibe zu schreiben, ohne dauernd ins Schwärmen zu geraten... Wer Filters Debut "Short Bus" kennt, weiß, worauf er sich hier einlässt, denn der einmal eingeschlagene Weg wird konsequent fortgesetzt. Auch auf TOR finden sich zu Hauf unterkühlte Songs, die immer etwas gebremst wirken, wo man immer wartet, dass die knisternde Spannung die hier dauernd herrscht, sich endlich mal in einem gewaltigen Blitz entlädt. Aber dazu ist Richard Patrick einfach zu clever. Immer und immer wieder reduziert er den Sound auf einen markanten Basslauf und unauffällige Beats über die er dann säuselt, singt, schluchzt oder schreit, je nachdem. Seine Gitarre darf dann lediglich für die Dynamik sorgen, wenn es also doch mal wieder laut sein soll, sehr bemerkenswert, wenn man bedenkt dass er ja eigentlich Gitarrist ist.
Auch die Texte drehen sich oft immer nur um ein, zwei prägnante Sätze, die das Mantra bilden dass dem Song die Energie gibt."Unbequem" ist immer wieder ein Wort, dass mir zu Filter einfällt. Schon das Debut war immer eine Spur zu kantig um ganz zu gefallen, und hier ist es wieder ganz genauso. Man kann nicht entspannen und die Platte einfach genießen, allein schon der äusserst variable Gesang macht einem das schwer, da Patrick oft so leidend und gequält singt, dass man ihn am liebsten in die Arme nehmen und trösten möchte. Oder in die Geschlossene einweisen, auch eine Option.
Kurz und gut, wem "Short Bus" gefiel oder wer die Soundtracksongs mag, darf bedenkenlos zugreifen, nach spätestens 5 mal Hören kommt er eh nicht mehr los von der Scheibe. Wer Filter noch nicht kennt, aber gerne mal was aus der Ecke SMASHING PUMPKINS/NINE INCH NAILS hört, sollte der Platte mal eine Chance geben! (mono)
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