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Und munter wird die Leiche Life Of Agony weitergefleddert. Wobei man Roadrunner dabei einiges Geschick bescheinigen muss, war doch die vor ca. einem halben Jahr erschienene "1989-99" schon keine wirkliche Best Of, sondern eine Sammlung von alten Demosongs, B-Seiten, Remixes und Liveversionen. "Unplugged...´ ist nun ebenfalls keine reine Akustikscheibe, sondern erneut ein doppelschneidiges Schwert, denn ausser den 6+1 ausgestöpselten Songs gibts ja noch 7 "Bonustracks" die sich aus einem Remix von "The Other Side Of The River" und 6 Livesongs aus Hardcorezeiten zusammensetzt. Zwecks besserer Übersicht hab ich mal die Tracklist angefügt: 1. Introduction - 2. How It Would Be - 3. Angry Tree - 4. Weeds - 5. Desire - 6. My Mind Is Dangerous - 7. Let´s Pretend - 8. River Runs Red. Allesamt aufgenommen auf dem Lowlands-Festival (absolute Empfehlung, wer mal Bock auf ein geiles Festival hat, das nicht auf Metal sondern mehr auf Alternative spezialisiert ist, sollte den hohen Eintrittspreis nicht scheuen, es lohnt sich) am 23. August 1997, wo, obgleich das dritte Album "Soul Searching Sun" noch gar nicht erschienen war, gleich vier Songs davon gespielt werden. Die langen Pausen zwischen den Stücken und die hollandtypischen Haschisch-Ansagen sind etwas nervig, aber man hat tatsächlich das Gefühl, hier ist alles 100% echt, da wurde nix nachgebessert, Fehlerchen hier und da und ein spaßiger Singalong in "Let´s Pretend", wo das Publikum die Zeile "always getting stoned" (was auch sonst...) intoniert, das macht schon Spaß und ist ein wirklich interessantes Dokument einer großartigen Band. Dann ist da noch der zweite Teil der CD, 9. Other Side Of The River (David Thoener Remix) - 10. Seasons - 11. Plexiglass Gate - 12. Respect - 13. This Time - 14. Method Of Groove - 15. My Eyes - wobei 10-15 ebenfalls live sind, wohl irgendwann um 1993 aufgenommen (ausser "Seasons") und beeindruckend zeigen, wieviel Energie mal in LOA steckte, bevor sie sich der Melancholie hingaben, die inzwischen in Keith Caputos Soloprojekt weiterlebt. Die 4 Songs vom Debut strotzen nur so vor Kraft und zeigen die Hardcorewurzeln der Band gnadenlos auf, bis hin zu Caputos peinlichen Ansagen (naja gut, da war er ja auch noch eine Ecke jünger). Somit ist diese CD auch wieder ein Überblick über die gesamte Karriere dieser grandiosen Band, und nicht einmal ein geschönter Blick, sondern eben ein sehr lebensnaher. Live eben. Bleiben nur noch ein paar Fragen offen: wann kommt das offizielle "Best Of" Album mit fast denselben Songs, wann ein eingestöpseltes Livealbum? Das dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, denn auch aus einer Band mit drei Alben kann man unzählige Compilations basteln, man denke nur an die seligen alten Misfits zurück. Aber solange LOA von der erwirtschafteten Kohle was sehen, solls mir recht sein, ich für meinen Teil leg mir jetz die neue Keiuth Caputo ein und wart weiterhin auf das Debut von Alan Roberts neuer Band, Among Thieves, das nach allem was ich bisher davon hören durfte ein geiler Kracher werden könnte. Mein Blick geht nach vorn, aber wer mit einer Träne im Knopfloch zurückblicken will, der kann mit dieser Liveplatte finden, was er sucht. Fazit: Ein Schmankerl für die Fans, dass aber den Beigeschmack von Leichenfledderei trägt. (mono)
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