Review

Keith Caputo - Died Laughing
 
Unbekannt
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Roadrunner
Roadrunner
49:20 min
12


 

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Was freu ich mich auf den Sommer! Das erste mal am Badeweiher liegen, auch wenn das Wasser noch zu kalt ist, die herrlich warmen Sonnenstrahlen auf der blassen Brust genießen, einen Grashalm kauend die Wolken beobachten und die frische Luft voller Lebenskraft in sich aufsaugen...Nein, ich hab nix geraucht, ich hab nur das Solo-Debut von des ehemaligen Life Of Agony Sängers gehört, immer und immer wieder. Das Album mag aus der Anlage gar nicht wieder raus, es streichelt die von rauen Akkorden überstrapazierten Gehörgänge, ist Balsam für die Seele, tut schlicht und einfach gut. Zugegeben, ich war ja auch skeptisch ob der Gerüchte, dass der introvertierte Italo-Amerikaner nun einen auf Akkustikgitarre und Balladen macht. Und als ich dann die erste Single "Selfish" zum ersten mal hörte, war das im RADIO, das ich sonst eh meide wie die Pest. Ich befürchtete, wie so viele, dass Caputo vor lauter Selbstmitleid ein jammervolles und jämmerlich lahmarschiges Album einspielen würde und das wars für ihn, schade drum. Aber so kann man sich täuschen! Natürlich, die Songs haben bis auf zwei oder drei keine verzerrten Gitarren, jeder einzelne Song ist nachmittagsradioprogrammkompatibel bis zum Abwinken und mit Metal oder Hardcore hat das alles eh nicht mal am Rande was zu tun. Und dennoch, was bleibt ist Caputos einmalige Stimme, die nach wie vor ein Ohrwurmgarant ist. Was sich geändert hat ist der Austausch der Agonie gegen die Melancholie. Keine Depressivität, wie zu erwarten war, sondern nur verträumte Melancholie, verspielte, getragene Songs voller Gefühl. Hier und da meint man eine bekannte Melodie zu finden, wie einen alten Freund, so beginnt mein persönliches Highlight des Albums, "Cobain (Rainbow Deadhead)´ wie der Oldie "Just The Two Of Us" und das wohl fröhlichste Stück, "Just Be" erinnert an Oasis respektive die Beatles. Tausendmal gefühlsechter als jede Kuschelrockplatte, kann man "Died Laughing" auch zum Kerzenscheindinner laufen lassen, so warm, so wunderbar - Ein romatischer, melancholischer und überraschend unbekümmert und befreit klingender Soloeinstand des ehemaligen Hardcore-Jammermeisters. (mono)
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