|
Die dänischen Vorzeige-Deathmetaller von Illdisposed haben sich, wie es seit einiger Zeit ja recht beliebt ist, ihrer Wurzeln besonnen und ein Coveralbum aufgenommen. Dabei schaffen sie es aber in beeindruckender Weise bei allen Songs, dem Original keine Schande zu machen und dennoch immer zu klingen wie sie selbst. Bedenkt man, dass das etliche Bands nicht mal mit einem einzigen Song fertig bringen, so ist das über die Distanz eines ganzen Albums schon ein bemerkenswertes Kunststück. Vor allem der superfette und massive Sound, den diese Band auf ihre ureigene Weise zurechtzimmert (produziert haben sie selbst, zusammen mit Jan Borsing), macht die CD auf Anhieb zu einem Hörvergnügen der Sonderklasse. Die Songauswahl tut ein übriges: "Cromlech" (Darkthrone), "None Shall Defy" (Infernal Majesty) und "Reek Of Putrefaction" (Carcass) eröffnen den Reigen mit herrlichem Geknüppel und verbessern die Originale vor allem durch die mächtige Produktion, die den Klassikern immer ein wenig abging. "Rapture" (Paradise Lost) klingt ein wenig glatter als noch bislang, "Nightmare" (Venom) extra billiger als die anderen Songs, aber immerhin weniger holterdipolter als Venom selber. "Gasping For Air" (Autopsy) und "Open Casket" (Death) zeigen, dass den Dänen auch komplexeres Material flüssig von der Hand geht, "Killed By Death" (Motörhead) ist ein Partyhit im Deathgewand, dass die Schwarte kracht. "Out Of The Body" (Pestilence) und "Intoxicated" (Obituary) lassen auch wieder Wehmut aufkommen beim Gedanken an den Deathmetal der frühen 90er, nur das abschließende "Beating Around The Bush" (AC/DC) ist ein wenig fragwürdig, aber da es keiner der Großraumrockdiscohits der Australier ist, sei es ihnen verziehen, denn an sich ist der Song schon recht witzig, erinnert in der Neuversion ein wenig an Carcass zu ihren Death'n Roll Zeiten. Alles in allem eines der besten Coveralben, die auf dem Markt sind. (mono)
|