Review

Jesus On Extasy - The Clock
 
Gothic Rock
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Farscape
Alive
67:43 min
14


 

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Nach dem Massenexodus von gleich drei Mitgliedern und der Trennung vom bisherigen Plattenlabel, die JESUS ON EXTASY dieses Jahr verkraften mussten, gelang es Mastermind Chai Devereux in einem gewaltigen Kraftakt dennoch das drohende Ende abzuwenden. Mit Farscape Records wurde ein eigenes Label aus der Taufe gehoben, anschließend wurden neue Bandmitglieder gesucht und gefunden. Mit dem Scheiden Julian Devereuxs war auch der Posten am Mikrofon vakant geworden - eine kritische Situation für jede Band, wird doch der Nachfolger eines etablierten Sängers zwangsläufig immer mit seinem Vorgänger verglichen werden. Die Klippe der direkten Vergleichbarkeit haben JESUS ON EXTASY galant umschifft, indem sie mit Manja (X-PERIENCE, ILLUMINATE) kurzerhand eine Sängerin verpflichteten. Allein dadurch hat sich der JOE-Sound also schon zwangsläufig verändert. Nachdem das letzte Album relativ Düsterrock-lastig war, mischen sich auf „The Clock“ die ursprünglichen Industrial-Einflüsse mit Metal-Riffs und synth-poppigen Einsprengseln, und durch Manja am Mikrofon bewegt man sich nun zwangsläufig mehr in Female Fronted Gothic Metal-Gefilden. Für altgediente Anhänger der Band könnte das alles etwas viel auf einmal sein, denn ein Sängerwechsel, das kann man drehen und wenden wie man will, ist immer einschneidendes Ereignis und prägt dem Sound ganz entscheidend. Davon abgesehen sind die Songs solide, treibendes, schnelles Material wie der Opener „Freak Me Out“ wechselt sich mit ruhigen Liedern wie dem Titelsong „The Clock“, der Manjas Stimme gut zur Geltung bringt. Das Cover von DURAN DURANs „Ordinary World“ hätte man sich dagegen besser gespart, da die zerbrechlich-melancholische Atmosphäre des Originals in der JOE-Version leider verloren ging. Als Dreingabe gibt es schließlich noch drei Bonustracks: einen Ambient-Remix von „Heartless“, eine hübsche, akustische Version von „Nothing To Cry For“ und den Beinahe-Instrumentalsong „The Mirror“. (br)
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