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"Diaspora" bedeutet so viel wie eine Randgruppe, die ihre Heimat verlässt, um verstreut unter "Andersdenkenden" zu leben. Und mit diesem Thema beschäftigen sich auch TYSKE LUDDER in ihrem neuen Album, in dem es um das jüdische Volk im Speziellen und Minderheiten im Allgemeinen geht. Aber nicht nur textlich bietet "Diaspora" schwere Kost statt Popcornkino. Musikalisch walzt sich in den düstersten Farben gezeichneter EBM und (Dark)Elektro durch die Gehörgänge. Doch obwohl die Stimmung von Diaspora finster und bedrückend transportiert wird knallen dazwischen hymnische und sehr tanzbare Beats hervor. Hat man das relativ unspektakuläre Intro überwunden gewinnen Songs wie "Tempelberg" und vor allem "Eugenix" sofort das Gehör. Der unmelodische Distortion- Sprechgesang wird von filigranen und harmonisch stimmigen Elektromelodien auf- und abgefangen, so dass die Gesamtkonstruktion niemals in die düsteren Tiefen kippt. Knapp an diesem Abgrund rudern die klugen und durchdachten Sounds herum. Vor allem der Song "Abgesang" gewinnt mit seinem gemein am Hirn haftenden Refrain und den pechfinsteren Texten. Zum Schmunzeln und für Ausgleich sorgt "Reiscräcker", ein Song über die Farbe von Essbarem, welcher eine KNORKATOR-Assoziation hervorruft. Erwähnenswert bleibt noch das gekonnte Artdesign, mit welchem die schmutzige "Deutsche Hure" einem facettenreichen Album das Tüpfelchen aufsetzt, das leider im Mittelpart nach etwas mehr Abwechslung verlangt. Definitiv eine Scheibe, die mehrmaliges Hören als Grundlage voraussetzt, dann aber gewinnt. (sk)
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