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Saxon - Destiny (Re-Release)
 
Melodic Hardrock
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
EMI
EMI
72:29 min
16


 

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Im Rahmen der Neuauflagenserie der frühen SAXON-Werke via EMI ist nun auch “Destiny“ an der Reihe. Diese Scheibe erschien 1988 und war aufgrund seiner relativ popigen Attitüde und des doch arg glattpolierten Sound sehr umstritten insbesondere bei vielen alten Fans. Ich selbst zähle mich ganz klar zu denjenigen, die dieses Album trotzdem bis heute als sehr starkes Album empfunden haben, dies mag auch an meiner Vorliebe und Toleranz für Keybaords im Rock/Metalbereich liegen,
Die Herren wollten es nach dem eher durchwachsenen vorangegangen Werken wie u.a. „Crusader“ oder auch “Innocence Is No Excuse“ nochmal richtig wissen und dabei auch unbedingt auf dem umsatzstarken US-Markt den großen Durchbruch schaffen. Dies wollte man mit einem, ich meine nicht mal unbedingt als echten Stilwechsel zu bezeichnenden, neuen Weg erreichen: nämlich durch die Abkehr vom NWOBHM als roheren ursprünglichen etwas düsteren Heavy-Metal Sound hin zu auf Radiotauglichkeit getrimmten eher mehr positiv angehauchten Hard Rock. Sicher an der ein oder anderen Stelle hat man es dabei tatsächlich mit den Keyboards übertrieben und einfach nachträglich noch ne Spur mehr davon in den Hintergrund gemischt. Aber auf diesem Album gibt es vom songwriterischen Aspekt eigentlich keinen echten Totalausfall zu verzeichnen. Selbst der für viele etwas grenzwertige Track „Song For Emma“ ist vom aufbau her absolut stimmig. Besonders gut zu hören ist dies bei den Bonusstücken dieses Re-Release. Denn sowohl dass wirklich insgesamt klasse gemachte CHRISTOPHER CROSS-Cover “Ride Like The Wind“ als auch “For Whom The Bell Tolls“ in den sogenannten Monitormixen (d.h. fast gänzlich ohne den ganzen Tastenramsch in eher etwas roheren Fassungen) zeigen, dass die Songs genügend Substanz haben und auch so funktionieren. Kracher mit tollen Melodien (ja meist im Midtempobereich gehalten) gibt es daher nach meinem Dafürhalten immer noch genügend auf „Destiny“ und typisch hymnische Sachen wie „S.O.S.“ „Calm Before The Storm“, “Red Alert“ (der einzige etwas untypische Song dieses Albums), „We’re Strong“ und auch die plüschige Ballade “I Can’t Wait Anymore“ laufen trotz klarer Mainstreambetonung einfach gut rein. Biff zeigt sich stimmlich in bester Form und einige Songs einzeln betrachtet hätten das Potential mit Klassikern aus den Anfangstagen der 80er wie „Wheels Of Steel“, “Strong Arm Of The Law“ oder “Denim And Leather” konkurrieren zu können. Aber der Versuch mit “Destiny“ ging insgesamt in die Hose und so wird aus dieser Phase eigentlich heutzutage nichts mehr gespielt, eigentlich etwas schade. Ansonsten gibt es noch drei Livetracks (“Broken Heroes“, “Rock The Nations“ und “Gonna Shout“), als auch der sogenannte 12'-Mix der Single von “I Can’t Wait Anymore“.
“Destiny“ ist zwar im Hardcore-Fanbereich sicher eines der unterbewertesten Alben in der SAXON Discographie aber bei weitem nicht das schlechteste, danach kamen in den 90er Jahren noch einige schlechtere, da war man was die Song –und Melodienkonsistenz anging viel schwächer und mit viel brachialerem Geklöppel unterwegs!
Daher ist diese Scheibe natürlich nicht in den Klassikerbereich oder gar als Pflichtveranstaltung der Herren einzuordnen und mit dem Nachfolger “Solid Ball Of Rock“ hat man 1991 produktionstechnisch ja auch relativ schnell wieder zum bewährten Stil zurückgefunden. Dieser Haarspraylook (man muß sich nur mal die Bilder auf dem Inlay anschauen) hätte dann auch auf Dauer nicht so recht zu SAXON gepaßt, man mag sich garnicht ausmalen, wo man bei Erfolg dieser Masche neben den sogenannten echten Posertruppen wie MÖTLEY CRÜE, BON JOVI oder auch POISEN danach gelandet wäre. (maio)
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