Würde auf dem Cover RUNNING WILD und nicht LONEWOLF stehen, die Szene würde sich ob der musikalischen Darbietung überschlagen. Feinsten RW Metal der Frühphase, sprich aus den Achtzigern“ haben die hierzulande viel zu unbekannten Franzosen mit „The Dark Crusade“ abgeliefert, der von vorne bis hinten unverkennbar nach dem mittlerweile gesunkenen deutschen Metal Flagschiff klingt, aber dabei trotzdem noch ein hohes Maß an Eigenständigkeit zu bieten hat. Einen großen Anteil hat dabei Sänger Jens Börner, dessen raues Organ einen netten Kontrast zur tadellosen handwerklichen Umsetzung bietet und mal so gar nicht nach Metal-Deserteur Kasparek klingt.
Und das Songwriting? Das ist als sehr gelungen zu bezeichnen, hier geht es gradlinig nach vorne, ohne Umschiffungen und ohne auf Riffs zu laufen. Epischen Schnickschnack hat man allenfalls im überlangen „The Hour Zero“ aufgefahren, sonst nicht. Von Beginn an werden mit „Viktoria“ (absolut typisch RW, diesen Song MUSS man lieben“), „Legacy Of The Wild“, dem famosen Titeltrack oder „Heathen Horde“ heftigste Breitseiten gefeuert. Produktionstechnisch zeichnet Andy LaRocque verantwortlich, der LONEWOLF einen schnittigen, nicht zu überladenen Sound verpasst hat.
Was bleibt zu sagen? „The Dark Crusade“ ist ein Pflichtkauf für alle, die auch nur im entferntesten etwas mit dieser Art von Musik anzufangen wissen. Und Rock’n’Rolf sollte man dieses Ding mal vor den Latz knallen, vielleicht kommt er ja doch nochmal zur Besinnung.
(lk)
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