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Jetzt wächst zusammen, was zusammenpasst! Der wirre Soundprofessor aus Kanada und die abgespacede Trällerelse aus Holland, so muss das sein! Ich wusste ja, dass "Addicted" rockiger und eingängiger, ja poppig sein sollte, aber dass sich Devin den Gesang mit Anneke van Giersbergen (ex THE GATHERING) teilt, war mir entgangen und freut mich über alle Maßen - die beiden Stimmen harmonieren prächtig, ohne gleich an den Beauty-and-the-Beast-Gothic-Kitsch zu gemahnen. Der Gesamtsound ist gefällig, aber letztlich alles andere als easy listening, die Gitarren tonnenschwer, Devin kräht aus voller Brust, weil die feinen Gesangslinien ja zumeist Anneke übernimmt, aber man versucht doch immer wieder, den Pop-Anspruch zu erfüllen. Teils sorgt das Gesamtergebnis für Schmunzeln, wenn (etwa in "Bend It Like Bender!") der eine oder andere Chorus ins Schlagerjodeln abzurutschen droht. Die Marianne und Michael des Happy Metal? Beinahe. Andererseits orientiert sich Devin mit den Songs stark an seinem ersten Nicht-SYL-Album "Ocean Machine" (man höre "Supercrush!" oder "Hyperdrive!", letzteres sogar mit Wassersymbolik) und zaubert wieder Breitwandsound, wo andere gerade mal ein Daumenkino dagegenhalten könnten, und da ist eben auch die Verbindung zu den oft auch sehr epischen Klanglandschaften von THE GATHERING. Wo sind also die "schnörkellosen Rocksongs", von denen die Plattenfirma fabuliert? Nun, ganz ohne Sperenzchen geht bei Devin ohnehin kaum was, also hat jeder Song Spielereien und Extras, aber am besten passt zu dieser Beschreibung wohl der unaufhaltsame Stampfer "Resolve!". Dabei bleibt er immer im Midtempo, zum Headbangen kommt man da nicht, ist ja auch nicht SYL. Eine Scheibe zum Autofahren, Urlaub machen, manchmal auch Träumen - richtige Gute-Laune-Mucke. Wirklich seltsam wird es nur mit dem Entspannungsstück "Ih-Ah!" (sic! ein Schelm, wer Esel dabei denkt), das Devin wohl bei der Atemtherapie auf Reha eingefallen ist.
Fazit: Hevy-Devy-Fans können ganz bedenkenlos zugreifen, Anneke ist eine willkommene Bereicherung, die Songs rocken zumeist ordentlich und die Scheibe ist wieder auf Klanglandschaft produziert. Wer Townsend nicht kennt, hat hier eine veritable Einstiegsdroge, die Songs funktionieren auf Anhieb, zeigen etliche Facetten seines Klanguniversums, klammern aber Aggression und Depression aus und bieten auch nach etlichen Durchgängen noch ordentlich Faszination in der Tiefe. Fein! (mono)
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