Review

Slayer - World Painted Blood (Tipp!)
 
Thrash Metal
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
NoButYes!
Sony BMG
39:49 min
10


 

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Donner noch eins! Wie heißt es so schön, Slayer kann man nicht sagen, Slayer muss man schreien. Und mal ehrlich, richtig schlecht waren die letzten Alben nicht, aber an die glorreiche Troika "Reign In Blood" - "South Of Heaven" - "Seasons In The Abyss" kamen sie nur in Glanzmomenten ran. "Christ Illusion", "Diabolus In Musica" oder "God Hates Us All" hatten einige wenige solcher Momente, verlängerten den Ruhm der Totschläger, aber vergrößert haben sie ihn nicht.
Entsprechendes habe ich auch bei "World Painted Blood" erwartet, solide Thrashkost, aber nichts aufregendes, immerhin werden die vier Amerikaner nicht jünger. Und dann das! Immer wieder blitzen Soli und Tonartwechsel und die Ungestümheit von "RIB" durch, zur Abwechslung gibt es Midtempo, das auch auf "SOH" gut gepasst hätte. "Angel Of Death" schimmert in jedem zweiten Song durch, kompromisslose Härte im Retro-Slayer-Sound ohne Anbiederung an moderne Klänge, wie noch zuletzt immer wieder mal.
Keine Experimente also - neu ist höchstens der Flüstersprechgesang in 2-3 Stücken, der schon das Album einleitet - ohnehin bietet der Titelsong in seinen gut 5 Minuten quasi als Ouvertüre alles, was im Album noch kommt. Headbangtauglich ohne Ende, jaulende Gitarren in den Solo-Duellen, ausgebremste Zwischenteile, Vollgas in den Strophen, Doublebassgewitter am Schluss und der Abschluss mit der markanten Losung "Welcome to your death!". Ein Einstieg nach Maß, danach gibts erst mal weiter Tempoattacken mit "Unit 731" ("Piece By Piece" reloaded, wenn man so will) und "Snuff", das schon mit Soloohrfeigen links und rechts losjagt und Lombardo wieder wunderbar klingen lässt wie - na, Lombardo eben.
Großtaten sind das sozialkritische und alles platt walzende "Americon" oder der supereingängige Headbanger "Hate Worldwide", der sicherlich bald zum Standardcoverrepertoire dutzender Thrashbands werden wird. Nicht zu vergessen "Psychopathy Red", das auch auf "RIB" eine gute Figur gemacht hätte in seiner gnadenlosen Raserei, die sich ins immer hysterischere steigert. Groß!
Das einzige was fehlt ist der melodische Psychopathensong wie "Dead Skin Mask". "Beauty Through Order" versucht sich daran, hat die Atmosphäre, aber nicht die Killermelodie (versucht es aber) und verlegt sich dann eben doch lieber aufs Brutale. "Playing With Dolls" ist auch ein fies schleichender Meuchelmörder von einem Song, aber wiederum kein "South Of Heaven".
Fazit: Für mich das beste SLAYER-Album seit "Seasons In The Abyss", das es vielleicht sogar noch toppt. Keine uninspirierten Krachattacken mehr, sondern die Trademarks der Thrashkönige stechen an allen Ecken und Enden hervor wie die Nägel aus Kerry Kings Armband. Das Liveset der Kalifornier hat damit ein paar zukünftige Klassiker mehr im Programm, das Abfeiern des kompletten "RIB"-Albums hat offensichtlich Spuren hinterlassen. Am Schluss bleibt man baff und lauscht erschöpft dem Beckenhall nach jedem Stück. Und fühlt diesen unbändigen Drang, diesen Bandnamen laut in die Welt hinauszubrüllen... (mono)
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Tourdaten
 
05.08.2010CH-Zürich, Volkshaus
06.08.2010Wacken, Open Air
 
Weitere Infos
 
 
Internet
 
www.slayer.net

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