|
Donner noch eins! Mathew Bellamy und Kollegen haben ja schon immer ein Gespür für schmissige Songs, große Theatralik und Breitwandriffs gehabt. Doch was sie hier auf dem neuesten Geniestreich BHAR vom Stapel lassen, ist der Wahnsinn. Steigert sich "Take A Bow" noch nervenzerfetzend wie ein langes Intro, "Apocalypse Please" nicht unähnlich, so geben sich danach Hit um Hit die Klinke in die Hand. Abwechslungsreich und abgedreht, von den Ohrenschmeichlern "Starlight" und "City Of Delusion" über den Falsettgesang im groovigen "Supermassive Black Hole" und die Powerballade "Invincible" bis hin zum aufgekratzten "Assassins" oder dem hektischen "Map Of the Problematique", die Bandbreite ist schier unglaublich und doch stets stimmig. Auch wenn MUSE nicht mehr die Jungspunde sind ("Showbiz" ist ja schon 7 Jahre her!) und mit Naivität und Unverfrorenheit allein zu punkten wissen wie bislang, die musikalische Gereiftheit lässt sie keineswegs kommerzieller oder ausgewimpter werden. MUSE treten Arsch, supermassiv ins schwarze Loch. Und den krönenden Abschluss ist der Rausschmeisser "Knights Of Cydonia", mit welcher Dreistigkeit hier quasi die Symbiose aus ENNIO MORRICONE-Soundtracks und "Bohemian Rhapsody" von QUEEN aus dem Ärmel geschüttelt wird, das ist ganz großes Kino. Wie übrigens auch der ebenso abgehobene Stilmix aus Kung Fu Film, Science Fiction und Western im Video, das jeder mal gesehen haben muss, der Musik mag. Wahnsinn! Ob das jetzt alles nur geschickt geklaut und durch den Mixer gedreht ist oder ob dieser Ausbund an Kreativität höchstes Lob verdient mag jeder selbst entscheiden, ich votiere ganz klar für letzteres. (mono)
|