Review

My Dying Bride - For Lies I Sire
 
Doom Metal
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Peaceville
SPV
50:50 min
9


 

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Spätwinter, Schmuddelwetter, jetzt auch noch Fastenzeit - das ist doch mal wieder perfektes Timing für ein neues Album der britischen Chef-Depris von MY DYING BRIDE. Die sind ja seit einiger Zeit wieder auf dem Pfad der Tugend, nachdem sie sich um die Jahrtausendwende vielgescholten um Modernität bemüht haben. Aber wie schon auf "A Line Of Deathless Kings" regiert hier ein sehr erdiger Sound, der, frei von allem Schnickschnack, direkt nach Proberaum klingt. Die Becken scheppern, die Gitarren braten und jammern, die zurückgekehrte Geige drängt sich direkt auf und der stets klare Gesang, oftmals nur Litanei, klingt, als stände Aaron Stainthorpe direkt neben dir und weinte sich an deiner Schulter aus.
Für Fans bleibt die simple Aussage, dass "For Lies I Sire" gewohnte Qualität bietet, das Album schließt nahtlos an den Vorgänger an. Einzig "A Chapter In Loathing", ein Kapitel Abscheu also, fällt aus dem Rahmen, wird gnadenlos geprügelt, startet im Grindtempo und könnte auch auf einem norwegischen Black Metal Album ertönen. Mutig! Auch das etwas flottere "Bring Me Victory" oder das mit einem IRON MAIDEN-artigen Gitarrenlauf versehene "Fall With Me" wissen zu begeistern, während etwa das Hörspiel artige "Santuario Di Sangue" oder "Shadowhaunt" schwerer ins Ohr gehen.
Sollte jemand MDB tatsächlich nicht kennen, so sei ihm oder ihr kurz erklärt, dass es sich hier um tragikschwangeren Doom-Metal handelt, in aller Regel melodisch und im Zeitlupentempo, gerne akzentuiert mit dem einen oder anderem Keyboardlauf oder einer Geigenmelodie. Nicht gerade der Bringer auf Partys, aber in nachdenklicher Stimmung ist der vertonte Weltschmerz von MDB oft ein Voltreffer. Entweder man fühlt sich verstanden in seiner Niedergeschlagenheit, oder sogar getröstet, weil es da Leute auf dieser Insel gibt, denen es noch viel schlechter geht... Ich für meinen Teil kann das nicht jeden Tag hören, aber es gibt Momente, da geht die Musik so unter die Haut, dass es wirklich ein Erlebnis ist. (mono)
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