Konzert:

Keep It True 2014

Konzert vom 25.04.2014

Wer hätte sich im Jahre 2003 gedacht dass sich aus einem Event, welches vor spärlicher Kulisse in einer auf den ersten Blick atmosphärenlosen Sporthalle stattfand, das emotionalste Metal-Happening weltweit entwickeln würde? Vermutlich niemand. Aber es ist passiert und auch 2014 wurde das KIT in allen Belangen seinem legendären Ruf gerecht: Ausrastende Fans, tolle und emotionale Auftritte und eine Atmosphäre welche nicht zu beschreiben, sondern nur zu erleben ist.

 

Freitag

STALLION

Den Anfang machten –wie schon auf dem Metal Assault- STALLION. Recht spontan für die ausgefallenen MASQUE ins Billing gerutscht ließen die Herrschaften auch diesmal wenig anbrennen und sorgten mit ihrer kraftvollen Melange aus Traditions-Stahl mit einigen Schlenkern Richtung Speed Metal für die ersten schmerzenden Nacken. Optisch wie musikalisch war das einmal mehr perfektes Metal-Entertainment. STALLION wären 1985 auf keinem Festival komisch aufgefallen und das ist in diesem Kontext durchaus als Kompliment gemeint. Das ROCK GODDESS-Cover „Heavy Metal Rock N‘ Roll“ fasste den Auftritt recht passend zusammen. Gerne mehr davon.

Setlist

  1. Wild Stallions
  2. Killing Time
  3. The Right One
  4. Bill To Pay
  5. Shadow Run
  6. Give It To Me
  7. Watch Out
  8. Heavy Metal Rock'n Roll (Rock Goddess-Cover)
  9. Canadian Steele

 

RANGER

Als nächstes durften sich die finnischen Speedies RANGER beweisen. Im Underground schon seit einer geraumen Weile als das nächste große Ding gehandelt und mit allerlei Vorschusslorbeeren bedacht, konnten RANGER auch auf der Bühne überzeugen. Neben den üblichen Verdächtigen wie EXCITER und alte AGENT STEEL erinnern mich die Finnen auch immer wieder an teutonisches Hochgeschwindigkeitsgebolze der Marke IRON ANGEL oder WARRANT. Trotz den offenkundigen Einflüssen klang das ganze frisch und unverbraucht und wurde mit sehr viel Enthusiasmus dargeboten. So langsam wurde auch jetzt der letzte Anwesende wach.

Setlist

  1. Shock Skull
  2. Touch Of Death
  3. Supreme Evil
  4. Combat Metal
  5. Omen Of Doom
  6. Steel Dawn
  7. Knights Of Darkness
  8. Drum Solo
  9. Ranger

 

 

 

DEEP MACHINE

 

Der übliche Plattenbörsenwahn zog mich in seinen Bann, so dass ich zu DEEP MACHINE nix vernünftiges sagen kann, außer dass sie beim Wühlen nicht unangenehm aufgefallen sind. Sorry.

 

 

KARION

 

Nun durften sich die Texas-Metaller KARION beweisen. Genau genommen waren KARION auch wieder eine typische KIT-Wundertüte. Denn außer mit zwei Demos in den 80ern und einer EP im Eigenvertrieb (bestehend aus den Demosongs) aus dem Jahr 2012 fiel die Texas-Blase nicht gerade durch einen Veröffentlichungs-Overkill auf. Aber KARION hatten noch einen Trumpf im Ärmel, denn sowohl Sänger Chris Cronk als auch Gitarrist Art Villareal haben eine Vergangenheit bei den semi-legendären S.A. SLAYER (bevor einer meckert: Das S.A. steht für San Antonio, da es in L.A. ja noch andere SLAYER gibt). Und so wurde neben sechs KARION Songs die komplette „Prepare To Die“ E.P. von S.A. SLAYER dargeboten, was den Anwesenden ziemlich gut rein lief. Und auch die KARION Songs wussten mit klassischem „Texas-Metal“ (kraftvoll, technisch, komplex und doch hymnisch) zu überzeugen. Nur die Vergangenheit von Ex-RIOT Basser Pete Perez wurde nicht bedacht, was angesichts der Spielzeit aber auch nur zu verständlich ist.

 

Setlist

  1. Against All Flags
  2. Silent Fury
  3. We Are The Law
  4. There For None To See
  5. Prepare To Die (S.A. Slayer)
  6. Final Holocaust (S.A. Slayer)
  7. Unholy Book (S.A. Slayer)
  8. To Ride The Demon Out (S.A. Slayer)
  9. Iron Shadows
  10. Panzer

 

 

BATTLEAXE

 

Zu BATTLEAXE wanderte der erste von zwei sensationellen Zwiebelrostbraten an diesem Wochenende in des Rezensenten Körper. Man möge ihm verzeihen.

 

 

HEXX

 

HEXX waren zu Lebzeiten der Gegenentwurf zu den meisten anderen Formationen. Während andere Bands mit den Jahren in der Regel ruhiger und melodischer bzw. kommerzieller wurden, vollzogen HEXX die Metamorphose vom melodischen US Metal Act hin zur aggressiven Death / Thrash Formation. Aber das KIT wäre nicht das KIT, wenn es Dinge wie „Weiterentwicklung und Modernisierung“ ausblenden würde. Und so erfreuten HEXX, die bis auf Neu-Drummer Gary Gutfield im Line-Up der ersten Scheibe „No Escape“ angetreten waren, ihre Fans nur mit Songs der ersten beiden Alben. Auf der Plusseite haben wir eine Kultformation, die zwei richtige Power Metal Kracher veröffentlicht hat und deren Songs auch 2014 nichts an Faszination eingebüßt haben. „Invader“, „Look To The Sky“ oder der Brecher „Hell Riders“ sind einfach nur gnadenlos gut. Auf der Minusseite muss man leider vermerken, dass die Herren wohl noch nicht so viele Stunden beim gemeinsamen Proben verbracht hatten, denn es war mitunter merklich Sand im Getriebe, was den Songs etwas von ihrer Durchschlagskraft nahm. Nichts desto trotz hat es richtig Spaß gemacht HEXX endlich einmal live zu sehen. Und wenn jetzt endlich mal ein offizieller Re-Release von „No Escape“ & „Under The Spell“ kommt, dann kann man seine alten Reborn Classics Boots auch in Rente schicken.

 

Setlist

  1. Terror
  2. Invader
  3. The Victim
  4. No Escape
  5. Edge Of Death
  6. Look To The Sky
  7. Night Of Pain
  8. Beware The Darkness
  9. The Hexx
  10. The Other Side
  11. Hell Riders
  12. Under The Spell
  13. Out For Control

 

 

 

SINNER

 

SINNER sind jetzt nicht gerade eine Band, die man noch nie gesehen hat, jedoch versprach die Ankündigung eines Oldschool-Sets genug Exklusivität um einen Auftritt beim KIT zu rechtfertigen. Zwar stiegen Mat Sinner und seine Mannen mit dem neuen „Crash & Burn“ ein, danach gab es aber nur noch 80er Nummern. „Comin' Out Fighting“, „Danger Zone“, „Knive In My Heart“ und „Germany Rocks“: Jeder Song ein Treffer. Zwar sind SINNER keine Kultcombo aus einem Waldstück nahe der kanadischen Grenze, doch der hoch professionelle Auftritt machte einfach Spaß und zeigte eine Band, die sowohl vor Undergroundlern als auch vor Mainstreampublikum bestehen kann. Zwei Fragen blieben jedoch offen: Warum klammerten SINNER auch auf diesem Event ihre ersten beiden Alben aus? Eine Nummer wie „No Speed Limit“ hätte bestimmt Spaß gemacht und warum verschwanden die Herren 15 Minuten zu früh von der Bühne? Das war dann etwas zuviel schwäbische Sparsamkeit.

 

Setlist

  1. Crash & Burn
  2. Comin' Out Fighting
  3. Danger Zone
  4. Bad Girl
  5. Born to Rock
  6. Lost in a Minute
  7. Knife in My Heart
  8. Masquerade
  9. Rebel Yell (Billy Idol-Cover)
  10. Germany Rocks

 

 

 

WARRIOR

 

WARRIOR sollten ja ursprünglich mit Originalstimme Parramore McCarty anreisen, als bekannt wurde, dass er nicht dabei sein wird, gab es eine Umfrage von Veranstalter Oliver Weinsheimer ob WARRIOR trotzdem spielen sollen. Als dann klar war, dass CAGE Sirene Sean Peck den Job übernehmen sollte, votierte das Volk für einen WARRIOR Auftritt auf dem Keep It True. Zum Glück, wie man sagen muss. Peck nahm seinen Job sehr ernst und glänzte mit einer kraftvollen Performance ohne die Songs zu „zersingen“. Auch die anderen Mitglieder um Originalgitarrist Joe Floyd legten sich mächtig ins Zeug. Interessant war die Tatsache, dass WARRIOR in den ersten fünf Songs nur Liedgut aus den Alben 2-4 darboten. Gerade die dritte Scheibe, welche von Rob Rock eingesungen wurde, finde ich nicht viel schwächer als das hochgelobte Debut. Selbige fand mit „Day Of Reckoning“ und „Kill The Machine“ ihren Platz im Set. Dann kam aber das worauf alle gewartet haben: Das Debut. Komplett. So muss das sein. WARRIOR zeigten sich als gut geölte, mächtige Metalmaschine. Wie gesagt: Zum Glück waren sie da.

 

Setlist

  1. PTM 1
  2. Fight Or Fall
  3. Day Of Reckoning
  4. The Wars Of Gods And Men
  5. Kill The Machine
  6. Mind Over Matter
  7. Defenders Of Creation
  8. Ruler
  9. Day Of Evil (Beware)
  10. Cold Fire
  11. Only The Strong Survive
  12. Fighting For The Earth
  13. Welcome Aboard

 

 

 

FLOTSAM & JETSAM

 

FLOTSAM & JETSAM sind sowas wie die Sorgenkinder des Metals. Immer werden sie an ihren ersten beiden Alben gemessen. Zwar gab es auch später immer mal wieder recht gute Alben, aber eben auch richtige Rohrkrepierer und die Klasse ihrer beiden Frühwerke erreichten selbst die guten Alben nicht. Dies spielte am heutigen Abend aber überhaupt keine Rolle, denn FLOTSAM & JETSAM prügelten sich ausschließlich durch Material ihrer beiden Klassiker und dies mit einer solch ansteckenden Spielfreude, dass einem Angst und Bange wurde. Angeführt von einem blendend aufgelegten Eric A.K. entfesselte der Phoenix-Fünfer einen Speed Metal Orkan, der sich gewaschen hatte. „Dreams Of Death“, „Der Führer“, „Iron Tears“ oder das gewaltige „No Place For Disgrace“. Bangerherz was willst du mehr. Dies war eine wahre Lehrstunde und der mit Abstand beste FLOTSAM & JETSAM Gig meines Lebens.

 

Setlist

  1. Doomsday For The Deceiver
  2. Dreams Of Death
  3. Hard On You
  4. Der Führer
  5. Hammerhead
  6. Iron Tears
  7. Desecrator
  8. Escape From Within
  9. She Took An Axe
  10. P.A.A.B.
  11. No Place For Disgrace

 

 

 

JAG PANZER

 

JAG PANZER sind nun schon zum dritten Mal Gast auf dem KIT, Frontmann Harry „The Tyrant“ Conklin sogar schon zum fünften Mal, da er auch schon mit SATAN'S HOST und TITAN FORCE Halt in Lauda-Königshofen machte. Dieses Mal brachten JAG PANZER ihren Original Sechssaiter Joey Tafolla mit. Dies wiederum hatte zur Folge, dass sich JAG PANZER nahezu ausschließlich auf ihr Frühwerk konzentrierten. Nach drei E.P. Songs (nur „Iron Shadows“ fehlte“), kam das legendäre Erstlingswerk „Ample Destruction“ komplett zum Zuge. Das letzte Drittel bestand aus „Shadow Thief“, „Chain Of Command“, 4 Songs vom `97er „The Forth Judgement“ und dem ACCEPT-Cover „Fast As A Shark“. Eigentlich kann ja da gar nichts schief gehen...eigentlich... Aber manchmal kommt es anders als man denkt. Bassist John Tetley war angeschlagen und musste die Show auf einem Case sitzend verbringen, Joey Tafolla kann zwar spielen, versprüht aber so viel Metal-Charisma wie Angela Merkel und der Tyrant himself war dermaßen heiser, dass man schon fast Mitleid mit ihm haben konnte. Er kämpfte zwar tapfer um jeden Ton, selbigen verlor er im Laufe des Abends immer öfter...also sowohl den Kampf, als auch den Ton. Gegen Ende kamen sogar Death / Black-artige Kreationen von der Bühne und die sonst so kraftvollen und klaren Höhen waren nur mehr ein heiseres Krächzen. So gesehen war die Wahl des Cover Songs zum Schluß nur konsequent. Heißt summa summarum: Musikalisch toll, Setlist legendär, Performance arg durchwachsen. Hoffen wir, daß es nächstes Jahr wieder besser tönt, wenn der Tyrant mit TITAN FORCE zurück kehrt, und vielleicht gibt’s ja dann ein Duett mit Michael Todd Hall bei RIOT V und die Herren performen „Magic Maker“ oder „Medicine Man“. Aber das ist Zukunftsmusik.

Heute geht ein toller Tag im Zeichen des Metals zu Ende und FLOTSAM & JETSAM gehen als Tagessieger vom Platz.

 

Setlist

  1. Battle Zones
  2. Death Row
  3. When Metal Melts The Ice
  4. Licensed To Kill
  5. Warfare
  6. Symphony Of Terror
  7. Harder Than Steel
  8. Generally Hostile
  9. The Watching
  10. Reign Of The Tyrants
  11. Cardiac Arrest
  12. The Crucifix
  13. Shadow Thief
  14. Black
  15. Call Of The Wild
  16. Future Shock
  17. Tyranny
  18. Chain Of Command
  19. Fast As A Shark (Accept-Cover)

 

 

 

 

Samstag

 

 

NIGHT DEMON

 

Für mich begann der Samstag mit den Herren von NIGHT DEMON. Die bewiesen richtig guten Geschmack, als sie als zweiten Song „Road Racin'“ von RIOT ins weite Rund feuerten. Aber auch die äußerst britisch klingenden Eigengewächse kamen sehr gut an und NIGHT DEMON wussten darüber hinaus mit einer engagierten Performance zu gefallen. Da die Herren aber erst eine E.P. veröffentlicht haben, bin ich gespannt ob sie die Energie ihrer Liveperformance in einem ersten Longplayer werden konservieren können.

 

Setlist

  1. Ritual
  2. Road Racin' (Riot-Cover)
  3. Ancient Evil
  4. Satan
  5. Howling Man
  6. Curse Of The Damned
  7. Living Dangerous
  8. The Chalice
  9. Lightning to the Nations (Diamond Head-Cover)
  10. Night Demon

 

 

 

IRON CURTAIN

 

Das spanische Speedkommando IRON CURTAIN war dann als nächstes an der Reihe. Ich kannte bis dato das neue Album der Herren noch nicht, aber im Vergleich zum Debut und der Demo-Compilation „B-Days“ kamen mir IRON CURTAIN live sogar einen Tacken melodischer vor. Gerade der Gesang von Mike Leprosy hat definitiv an Kraft und Ausdruck gewonnen. Natürlich lugen musikalisch nach wie vor EXCITER, MOTÖRHEAD und alte ABATTOIR um die Ecke, jedoch werden IRON CURTAIN immer eigenständiger und würzen ihren räudigen Speed Metal mit immer mehr Musikalität. 100 % Metal, 100 % authentisch – das hat gefallen.

 

Setlist

  1. Satan's Race
  2. Black Fist
  3. Rangers Attack
  4. Burning Wheels
  5. Get Out Of My Way
  6. Southbangers
  7. Jaguar Spirit
  8. Scream & Shout
  9. Heavy Metal Nation

 

 

 

DECEASED

 

Nachdem King Fowley das KIT bereits mit seiner US Metal Formation OCTOBER 31 heimsuchte, so war dieses Mal seine Trümmertruppe DECEASED am Start. Und ich muss leider sagen, dass gegen DECEASED sogar GWAR wie die California Dream Men wirken. Auch wenn es für die Ladies im Publikum nicht viele optische Reize zu beklatschen gab, so wussten DECEASED mit ihrem rumpeligen Ursuppen Death / Thrash Gemisch durchaus zu überzeugen. Die Jungs hatten Spaß in den Backen, machten auf der Bühne richtig Alarm und zimmerten einen durchaus kurzweiligen Auftritt auf die Bretter. Ähnlich wie bei JAG PANZER am Vorabend, war auch hier die Wahl des abschließenden Covers von einer beeindruckenden Konsequenz: VENOM's „Black Metal“. DECEASED waren ein toller Farbklecks im diesjährigen KIT-Spektrum.

 

Setlist

  1. Elly's Dementia (Intro)
  2. Night of the Deceased
  3. The Triangle
  4. The Premonition
  5. Dark Chilling Heartbeat
  6. Fading Survival
  7. The Mausoleum
  8. The Silent Creature
  9. Fearless Undead Machines
  10. Black Metal (Venom-Cover)

 

 

 

PERSIAN RISK

 

Vom letztjährigen gig auf dem Headbangers Open Ait hatte man nur gutes von PERSIAN RISK gehört. Fronter Carl Sentance hat mit "Once A King" ein starkes Album vorgelegt, für das er aber leider immer noch kein richtiges Label gefunden hat. Eigentlich traurig, das zur Zeit jede zweit- bis drittklassige NWOBHM Band mit Re-Releases bedacht wird. Nach dem Opener „Don‘t Look Back“ und „Dark Tower“ vom ersten Album gab es mit „Ridin‘ High“ den ersten Song vom aktuellen Album. Nach „Soul Deciever“ und „Spirit In My Dreams“ wurde mit „Who Am I“ ein neuer Song vorgestellt, der die Linie des „Once A King“-Albums weiterführt. Auf der Bühne war die ganze Zeit ordentlich Alarm. Carl Sentance selber war besten bei Stimme und seine Sidekicks waren ständig in Bewegung. Vor allem neu Gitarrist Jason Banks lieferte ein deutlich Metal lastigeres Riff Fundament ab als sein Vorgänger Howie G. Ein weiteres Highlight der Show war das flotte „Fists Of Fury“, gefolgt vom Titelsong der ersten LP „Rise Up“. Als Rausschmeißer dienten das unvermeidliche „Women and Rock“ und „Calling For You“, das eine echt starke Vorstellung beendete. (Holger)

 

Setlist

  1. Don't Look Back
  2. Dark Tower
  3. Ridin' High
  4. Soul Deceiver
  5. Spirit In My Dreams
  6. Who Am I
  7. Fist Of Fury
  8. Rise Up
  9. Women And Rock
  10. Calling For You

 

 

VARDIS

 

Zu VARDIS kam dann der oben angekündigte zweite Zwiebelrostbraten in der „Rose“ ins Spiel.

 

 

ATLANTEAN KODEX

 

ATLANTEAN KODEX sind ein schwieriges Thema für mich. Einerseits fand ich die Alben nicht schlecht, konnte aber auch andererseits nie die unglaubliche Begeisterung des Metalundergrounds ob der Genialität von ATLANTEAN KODEX nachvollziehen. In den entrückten Zustand der Glückseligkeit, in den mich die frühen MANOWAR Alben gebracht haben, haben mich die Werke von ATLANTEAN KODEX jedenfalls nicht gebracht. Was natürlich auch daran liegt, dass von allen traditionellen Metal-Variationen die doomige mir perönlich am wenigsten gibt. CANDLEMASS, SOLITUDE ATERNUS, TROUBLE etc...alles schön und gut...nur wirklich berühren tut es mich nicht. Aber irgend etwas war an diesem frühen Abend anders. Obwohl noch bei hellem Tageslicht antretend, schafften es ATLANTEAN KODEX mich mitzureißen. Und das zwar nicht wild den Kopf schüttelnd, sondern ich konnte mich fallen lassen und von den elegischen Hymnen weg tragen lassen. Für diese 60 Minuten Auszeit sage ich aufrichtig Danke. Und wenn ich mal ein wenig in die Realität zurück kam, war es offensichtlich, dass es nicht nur mir so ging. Die ganze Halle sang, träumte und wogte sich ins metallene Nirvana. Klasse Erlebnis.

 

Setlist

  1. Enthroned In Clouds And Fire
  2. Sol Invictus
  3. Pilgrim
  4. From Shores Forsaken
  5. Heresiarch
  6. Twelve Stars And An Azure Gown
  7. The Atlantean Kodex

 

 

 

LETHAL

 

LETHAL sind so etwas wie die Blaupause einer klassischen US Metal Band: Technisch beschlagen und doch catchy, kraftvoll und doch melodiös und mit einem Sangesgott gesegnet, der auch einem jungen Goeff Tate zeigen würde wo der Frosch die Locken hat. Diese Show war als Tribut an ihren verstorbenen Gitarristen Eric Cook gedacht. Neu-Gitarrist Chris Brown hielt sich sehr zurück und gestaltete seinen Part zwar künstlerisch wertvoll, ohne sich jedoch in den Vordergrund spielen zu müssen. Die anderen Mitglieder gaben aber nicht nur musikalisch, sondern auch körperlich alles. David McElfresh tobte über die Bühne und ließ in seiner schnoddrigen Art Erinnerungen an BREAKER's Don Depew aufkommen. Highlight jedoch ist und bleibt Frontlurch Tom Mallicoat. Der Mann ist einfach nicht von dieser Welt. Einerseits tabst er über die Bühne, als ob er gerade gar nicht wüsste wo er sich befindet, dann haut er Ansagen 'raus, die für normalsterbliche überhaupt keinen Sinn ergeben und dann (und das ist das Wichtigste) begeistert er mit einer stimmlichen Brillianz, die seines gleichen sucht. Jeder Ton, jede Phrasierung sitzt genau da wo sie hingehört. Damit werden eh schon sensationelle Songs wie „Fire In Your Skin“ oder „Obscure The Sky“ zu absoluten Pretiosen der Schwermetallkunst. LETHAL sind und bleiben absolut einzigartig. Und so bleibt als einziger kleiner Kritikpunkt: Wo bleibt das seit Jahren angekündigte neue Album bzw. zumindest eine E.P. sollte es ja sein!!!!

 

Setlist

  1. Swim Or Drown
  2. Programmed
  3. Fire In Your Skin
  4. Secret Stare
  5. What They've Done
  6. Obscure the Sky
  7. Distortion
  8. Balancing Act
  9. Immune
  10. Invention
  11. Killing Machine

 

 

 

TOXIK

 

Jetzt wurde es noch mal eine Ecke komplexer. Zu ihren aktiven Zeiten gehörten TOXIK zusammen mit WATCHTOWER, ANACRUSIS und REALM zu den progressivsten Thrash Bands. Am ehesten passten TOXIK musikalisch immer mit REALM zusammen. Einerseits verfrickelt, andererseits bleiben Refrains wie bei „Greed“, „Spontaneous“ oder „World Circus“ sofort im Ohr kleben. Neben Mastermind und Gitarrist Josh Christian reisten TOXIK mit Originalstimme Mike Sanders an. Die Rhythmus-Sektion besteht seit letztem Jahr aus Bill Bodily am Bass und SHADOWS FALL Drummer Jason Bittner. Der als zweiter Gitarrist angekündigte Ralph Santolla (u.A. ICED EARTH, MILLENIUM, DEICIDE) glänzte hingegen durch Abwesenheit. Musikalisch war es absolut großartig was TOXIK an diesem Abend auf die Beine stellten. Alleine an Mike Sanders schien die Zeit absolut spurlos vorüber gegangen zu sein und er traf auch noch die höchsten Töne. Die Band machte einen absolut professionellen Eindruck und Jason Bittner war mit Sicherheit der beste Drummer des Wochenendes (egal ob die Bassdrums jetzt getriggert war oder nicht). Die Setlist war zwar recht ausgewogen, ich persönlich hätte mir anstatt 5 neuer Songs allerdings eher noch einen alten Klassiker gewünscht. Gerade „There Stood The Fence“ als melodisch entspannter Kontrapunkt wäre echt geil gewesen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Nach dieser Show trage ich mein frisch erworbenes TOXIK-Leibchen jedenfalls mit Stolz.

 

Setlist

  1. Heart Attack
  2. Greed
  3. Too Late
  4. Spontaneous
  5. Door to Hell
  6. No Rest for the Wicked
  7. False Prophets
  8. Crooked Crosses
  9. Think This
  10. Inhumanities
  11. Social Overload
  12. Breaking Class
  13. World Circus

 

 

 

 

 

METAL CHURCH

 

Nun war es an METAL CHURCH das diesjährige Keep It True würdig zu beschließen und wer Kurdt Vanderhoof und seine Mannen jemals live gesehen hat, der weiß, dass METAL CHURCH solch Aufgaben immer und überall gewachsen sind. Ronny Munroe hat mittlerweile mehr Alben eingesungen als seine beiden Vorgänger David Wayne und Mike Howe und auch sonst bleibt das Line-Up erstaunlich stabil. So gab es in den letzten 10 Jahren gerade mal einen Wechsel...dafür löste man sich das eine oder andere Mal auf. Sei es drum. Wenn METAL CHURCH auf der Bühne stehen, dann gibt es wenig Anlass zu meckern. Das Wort „mächtig“ umschreibt wohl am Besten was da von der Bühne auf einen hereinbrutzelt. Auch dieses Mal bildeten die ersten beiden Alben den Schwerpunkt im Set und da wären wir schon bei der ganz persönlichen Kritik: Auch ich liebe die Frühwerke, aber genauso würde ich mich mal über mehr Songs der „Howe-Ära“ freuen. Dieses Mal waren es „Fake Healer“, „Badlands“ und der „Human Factor“. Da gäbe es noch so viele geile Nummern, statt dessen könnte man mal das DEEP PURPLE Cover „Highway Star“ aus dem Set schmeißen. Ich weiß, dass man dazu neigt frühe Konzerterlebnisse zu verklären, aber die METAL CHURCH auf der „Hanging In The Balance“ Tour haben mich einfach total geplättet und ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Aktuell waren METAL CHURCH „nur“ richtig geil. Aber das ist ja auch aller Ehren wert. Alles in allem waren sie ein mehr als würdiger Headliner, der von den 2000 Fans gebührend abgefeiert wurde.

 

Setlist

  1. Ton Of Bricks
  2. Start The Fire
  3. Generation Nothing
  4. The Dark
  5. A Light In The Dark
  6. Fake Healer
  7. Badlands
  8. Gods Of Wrath
  9. Dead City
  10. Mirror Of Lies
  11. Watch The Children Pray
  12. Beyond The Black
  13. Metal Church
  14. Highway Star (Deep Purple-Cover)
  15. The Human Factor

 

 

 

 

Das Keep It True war wieder einmal in allen Belangen ein voller Erfolg und hat seinen Ruf voll und ganz verdient und wenn man sich das bis jetzt bekannte Billing von 2015 vor Augen führt (u.a. HEATHEN'S RAGE, SHOK PARIS, LEATHERWOLF, TITAN FORCE, ULI JON ROTH (Classic SCORPIONS-Show), RIOT V und EXCITER (Beehler, Ricci, Johnson Line-Up), dann ist da auch kein Ende in Sicht. Bis zum nächsten Jahr.

 

P.S. Vielen Dank an Holger Ziegler für das PERSIAN RISK Review!!

 



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